"Drehsitz"

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letzte Änderung: 4.8.2017
Name:
Trivialname: Drehsitz
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Haltung
psychomental: . ___
physiologisch: .
Wirkungen:
Vorbereitung:
  • der Drehsitz ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Haltungen für die Rotation des Oberkörpers, auch da die Haltung dies isoliert übt und alle Kraft der Arme dazu benutzt werden kann. Echte Vorübungen gibt es nicht, aber synergistische, z.B.:
    1. parivrtta trikonasana
    2. parivrtta ardha chandrasana
    3. jathara parivartanasana
    4. maricyasana 1
    5. maricyasana 3
  • Nachbereitung:
    ähnliche asanas:
    Diagnostik (Nr.):
  • (650) Kyphose und Lordosen der Wirbelsäule: die Abweichungen von der physiologischen Doppel-S-Form der menschlichen Wirbelsäule werden in dieser Haltung sichtbar. In LWS und HWS sollte ein gewisses Maß an Lordose (von vorn konvexe Wirbelsäule) und in der BWS ein gewisses Maß an Kyphose (von hinten konvexe Wirbelsäule) vorhanden sein. Beweglichkeitseinschränkungne insbesondere der monoartikulären Hüftextensoren führen allerdings oft dazu, daß das Becken nach hinten kippt und die physiologische Lordose der LWS aufgebonen oder sogar ins Gegenteil verkehrt wird. Auf der anderen Seite kann und sollte die BWS über die physiologische Kyphose hinaus gestreckt werden. Ist dies nicht möglich, liegt eine Hyperkyphosierung vor. Siehe dazu auch die FAQ
  • (651) ungleiche Schulterhöhe/Skoliosen der Wirbelsäule: die als Skoliose bezeichneten seitlichen Abweichungen der Wirbelsäule aus der Sagittalebene werden ebenfalls in dieser Haltung sichtbar. Dazu muß die Haltung allerdings präzise ausgeführt werden und Ausweicheffekte korrigiert werden wie etwa die Lateralflexion der Wirbelsäule, die sich unter anderem daraus ergibt, daß ein Arm am Knie und damit die zugehörige Schulter nach unten zieht. Siehe dazu die FAQ
  • (704) Hüftgelenk: gerade die weit exorotierten, abduzierten Haltungen und Bewegungen lösen Schmerzen bei bestehenden Hüftschäden aus
    1. Arthrotische Veränderung (degenerativ mit Knorpelschwund) des Gelenks
    2. Arthritiden (Gelenksentzündungen) verschiedener Art
    3. Morbus Perthes würde klassischer Weise ausgeprägt auf diese Haltung reagieren
    4. Dyslokation / Subluxation, die ein deutlich erhöhtes Spannungsempfinden in verschiedenen das Hüftgelenk überziehenden Muskeln verursachen würde
    5. erlittene Gelenktraumata, die ggf. auch noch nach vielen Wochen oder Monaten Schmerzen im Gelenk verursachen
  • (401) Handgelenk: das in palmarer Flexion befindliche Handgelenk des ziehenden Arms kann verschiedene Schäden und Schwächen aufzeigen:
    1. Sehnenscheidenentzündung der Sehnen der palmaren Flexoren des Handgelenks oder der Fingerbeuger
    2. Karpaltunnelsyndrom: Auftreten von Symptomen oder Verschlechterung der Symptomatik in dieser Haltung
    3. Brüche und Anbrüche von Handwurzelknochen, allen voran dem Kahnbein
    4. Arthrotische Veränderung (degenerativ mit Knorpelschwund) des Gelenks
    5. Arthritiden (Gelenksentzündungen) verschiedener Art
    6. Dyslokation / Subluxation, die ein deutlich erhöhtes Spannungsempfinden in verschiedenen das Hüftgelenk überziehenden Muskeln verursachen würde
    7. erlittene Gelenktraumata, die ggf. auch noch nach vielen Wochen oder Monaten Schmerzen im Gelenk verursachen
    aber auch rein muskuläre Symptome wie:
    1. Verkürzungen/Hypertonus der palmaren Flexoren des Handgelenks und der Fingerbeuger der am Boden oder auf der Wand drückenden Hand, die sich durch deutliche Dehnungsempfindung bemerkbar machen
    2. Verkürzungen der dorsalen Flexoren des Handgelenks oder der Fingerextensoren, die eine deutlich Krampfneigung auf dem Handrücken oder im dorsalen Handgelenk hervorrufen können
    3. Golferellbogen: Belastungsschmerz an der Ursprungsstelle von Muskeln der medialen (inneren) Seite des Unterarms im Übergang zum Oberarm
  • (884) Knie: in dieser Haltung werden Knieprobleme, die mit weitem Beugen assoziiert sind, offenbar. Das können zum Beispiel sein: traumatische oder degenerative Meniskusschäden, Arthrosen, Arthritiden, Subluxationen, Bandschäden, Plica-Syndrome und andere, siehe dazu die FAQ
  • (312) (314) Bizeps und andere Armbeuger: In dieser Haltung können sich Verletzungen der Armbeuger, v.a. des Bizeps oder ihrer Sehnen bemerkbar machen. Auch eine Verkürzung insbes. des Bizeps wird sich hier in einem stark reizenden Gefühl in der Sehne in Richtung Ansatz im Unterarm bemerkbar machen.
  • (602) Rückenstrecker: In dieser Haltung wird die Kraftausdauerfähigkeit der Rückenstrecker offenbar. Außer bei guter Beweglichkeit der monoartikulären Hüftextensoren und daher guter Fähigkeit, das Becken aufzurichten und damit auch die BWs in Richtung gerade zu strecken garantieren die körperinternen Widerstände in der Haltung die Notwendigkeit mit der Rückenmuskulatur andauernd und kraftvoll den Rücken zu strecken. Etwaige Verspannungen, seien sie durch die Körperhaltung, berufliche oder sonstige Anforderungen, Skoliosen, Hyperkyphosen der BWS oder durch fehlstehende Wirbel bedingt, sollten hier gut zutage treten.
  • Varianten:
    mit_wand
    (P) mit_wand

    Anleitung Details
    1. sitze im Schneidersitz
    2. drehe den Oberkörper nach rechts
    3. greife mit der linken Hand über das rechte Knie und ziehe dort kräftig, um den Oberkörper weiter drehen zu können
    4. setze die rechte Hand so weit als möglich links hinter dem Becken auf den Boden, so daß die Hand mit den Fingern bei maximaler Drehung des Oberkörpers in die gleiche Richtung zeigt wie das Brustbein.
    5. Schiebe die Hand gegen die Reibung am Boden mit b.a.w. aller Kraft in die gleiche Richtung, in die das Brustbein bei voller Drehung zeigt.
    6. halte das Becken aus Kraft der Hüftbeuger aufrecht und strecke den Oberkörper kraft der Rückenmuskulatur durch
    7. drehe den Kopf gleichsinnig wie den Oberkörper, aber nur so kräftig, daß die Nackenmuskulatur nicht zu krampfen anfängt
    1. Je nach Beweglichkeit vor allem der monoartikulären Extensoren der Hüfte (z.B. der Pomuskulatur) und nur nachrangig der Ischiocruralen neigt das Becken mehr oder weniger dazu nach hinten zu kippen. Nur bei guter Beweglichkeit ist es möglich, das Becken aufrecht zu halten. Sonst ist es erforderlich, ständig mit Kraft der Hüftbeuger daran zu arbeiten, daß das Becken möglichst aufrecht bleibt. In einigen Fällen ist es geraten, auf einer Erhöhung zu sitzen, die so benutzt wird, daß das Becken fast schon nach vorn davon abrutscht. Dies erleichtert es deutlich, das Becken aufrecht zu halten.
    2. je kräftiger der Oberkörper gedreht wird, desto mehr will er krümmen, also die BWS weiter kyphosieren. Dem muß mit Kraft der Rückenstrecker entgegengewirkt werden. Die BWS muß nicht zwangsweise in ihrer physiologischen Kyphose bleiben, sie darf auch weiter strecken. Eine BWS-Rückbeuge sollte jedoch genauso vermieden werden wie eine Hyperkyphosierung (Krümmung mehr als normal)
    3. zusammen mit der Neigung des Oberkörpers kyphotisch zu krümmen tritt eine leichte Seitkippneigung (Lateralflexion vor allem der BWS) auf, die Schulter, deren gleichsetige Hand am Knie zieht oder auf dem Boden nach vorn schiebt, wird dazu neigen, gegenüber der anderen zu fallen, verbunden mit einer leicht seitwärts schräg stehenden BWS. Auch dem muß entgegengewirkt werden. Weiter müssen die Schulterblätter nach unten gezogen bleiben, also in die Depression.
    4. Je nach Beweglichkeit kann das Knie, an dem gezogen wird, unter dem Zug nach oben ausweichen. Dies ist besonders bei geringer Beweglichkeit der Fall und stellt einen Faktor dar, mit dem nicht leicht umzugehen ist, da dabei Kraft verloren geht, um den Oberkörper zu drehen. Wird hingegen versucht, mit Kraft der Abduktoren, also hauptsächlich der Pomuskulatur, das Bein wieder herunterzuziehen, können sich dort unangenehme Verspannungen einstellen. Eine halbwegs brauchbare Möglichkeit, dem zu entgehen, ist der Zug an einem Fuß statt am Knie.
    5. bleibe gleichmäßig auf beiden Sitzbeinhöckern sitzen
    6. Experimentiere mit der Verschränkung der Beine/Füße; eine der beiden möglichen wird eine subjektiv stabilere Haltung ergeben
    7. Zug am Knie und die Arbeit des Arms, dessen Hand am Boden schiebt, können b.a. w beliebig kräftig ausgeführt werden. Somit bietet sich hier eine gute Möglichkeit, den Schulter-Arm-Aparat zu kräftigen. Insgesamt sind an Zug und Schub sehr viele Muskeln beteiligt, u.a. Bizeps, Deltoideus, Latissimus dorsi, Pectoralis, palmare Flexoren des Unterarms und Fingerbeuger
    8. In den palmaren Flexoren des Unterarms auf der Seite des Zugs am Knie kann eine Krampfneigung auftreten. Dieser kann vorab, zwischendurch und auch nach der Haltung entgegengewirkt werden mit:
      1. unterarmdehnung palmar
      2. unterarmdehnung palmar in upavista konasana
    9. Der Ellbogen des am Knie ziehenden Arms bewegt nicht nach außen, sondern bleibt weitgehend unten
    10. Je nach Körperproportionen wird die Hand, die auf dem Boden aufsetzen soll, dies möglicherweise nicht können, da der Arm zu kurz ist, das tritt auf bei sog. "Sitzriesen". Benutze dann wenigstens soviel Unterstützung, z.B. durch einen Klotz, daß der Ellbogen leicht gebeugt sein kann. In dem nach vorn schiebenden Arm muß die Arbeit des Bizeps spürbar werden. Es wird mit aller verfügbaren Muskulatur die Hand gegen die Reibung des Bodens (der Matte) nach vorn (in die gleiche Richtung wie das Brustbein zeigt) geschoben. Da die Hand am Boden fixiert ist, bewirkt auch die Beugung des Ellbogens einen Druck des Oberarms und der Schulter nach hinten und damit mehr Drehung. Gleichzeitig arbeitet auf dieser Seite der vordere Bereich des Deltoideus und der Pectoralis. Auf der anderen Seite sollte der Latissimus dorsi, ein wenig der Bizeps und die Unterarmmuskulatur spürbar werden.
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

      Varianten

      mit_wand

      Anleitung Details
       
      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
         

           

        (P) mit_wand

        Anleitung Details
         
        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können