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"Hüftöffnung 2"

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letzte Änderung: 25.7.2017
Name: __
Trivialname: Hüftöffnung 2
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Hüftöffnung
psychomental: . __
physiologisch: . Hüftöffnung
Wirkungen:
Vorbereitung:
  • Eine wichtige Vorbereitung ist die des Quadrizeps, der in dieser Haltung hart arbeiten muß, um das Knie des hinteren Beins gestreckt zu halten und - insbes. sein Anteil rectus femoris - davon profitiert, zuvor gedehnt worden zu sein :
    1. virasana
    2. supta virasana
    3. Quadrizepsdehnung 1 an der Wand
    4. Quadrizepsdehnung 2 an der Wand
  • das kardinale Thema dieser Haltung ist die Dehnung der Hüftbeuger. Wegen ihrer Ähnlichkeit bietet sich natürlich die 1. Hüftöffnung an, aber auch weitere Haltungen eignen sich:
    1. Hüftöffnung 1
    2. Hund Kopf nach unten rückwärts gegen die Wand mit einem gehobenen Bein
    3. Hund Kopf nach oben
    4. Kriegerstellung I
  • Wenn es im Falle weniger guter Beweglichkeit zu deutlichen Dehnungsempfindungen in den Adduktoren des vorderen Beins kommt, die eigentlich nicht zur Zielgruppe dieser Haltung gehören, bereite vor mit:
    1. baddha_konasana
    2. Kriegerstellung 2
    3. parsvakonasana
    4. Theke
    5. caturkonasana
  • Eventuell macht zeigt sich bei weniger guter Beweglichkeit deutliche Dehnungsempfindung im vorderen Beinbizeps, vorbereitend dafür sind neben obigen allgemeinen Vorwärtsbeugen :
    1. Hüftöffnung am Mattenrand
    2. Hüftöffnung 3
  • Eventuell ist eine geringe Flexibilität der Extensoren der Hüfte (Pomuskulatur) mehr noch al in der 1. Hüftöffnung dem Sinken des Beckens und der Haltung des Oberkörpers im Weg und deshalb eine dehnende Vorbereitung hilfreich:
    1. halber Lotus Vorwärtsbeuge
    2. Hüftöffnung am Mattenrand
    3. Hüftöffnung III
    4. parivrtta trikonasana
    5. parivrtta ardha chandrasana
  • Nachbereitung:
    ähnliche asanas:
    Diagnostik (Nr.):
  • (711) Hüftbeuger Hier handelt es sich nicht um eine Haltung, in der wie so oft eine verminderte Beweglichkeit der Hüftbeuger ein Hohlkreuz auslöst, dafür wird aber das Becken nicht weit sinken können und die Beugeneigung des gestreckten hinteren Beins ist sehr hoch.
  • (884) Knie: in dieser Haltung können Knieprobleme, sowohl die, die mit weitem Beugen unter als auch die mit Durchstrecken unter Last assoziiert sind, offenbar werden. Das können zum Beispiel sein: traumatische oder degenerative Meniskusschäden, Arthrosen, Arthritiden, Subluxationen, Bandschäden, Plica-Syndrome und andere, siehe dazu die FAQ
  • (234) Schulter: Hier lassen sich möglicherweise Funktionsstörungen der Schulter erkennen:
    1. verschiedene pathologische Veränderungen des Schultergelenks wie z.B. Impingement-Syndrom (Highlight: Schmerzen zwischen ca. 70° und 130° frontaler Abduktion), Frozen shoulder, Verkalkungen der Bizepssehne, die hier nicht alle diskutiert werden können und der Abklärung bedürfen. Facharzt ist b.a.w. der Orthopäde. .
  • (724) (726) ischiocrurale Gruppe und Extensoren der Hüfte: da ein Bein in einer scharfen Flexion in der Hüfte ist, machen sich Beweglichkeitseinschränkungen der ischiocruralen Gruppe und der Hüft-Extensoren bemerkbar, indem sich das Becken nicht so weit wie gewünscht nach vorn kippen läßt. . Daneben lassen sich möglicherweise auch andere Störungen auffinden:
    1. Verkürzungen der ischiocruralen Muskulatur, siehe FAQ
    2. Beschädigungen der ischiocruralen Muskulatur, die Schmerz oder funktionale Einschränkungen mit sich bringen, lassen sich hier ebenfalls gut, von einfacher Verspannung über Zerrung bis zum Muskel(An-/Teilab-/Ab-)riss. Abrisse würden zu einer Kraftminderung beim zügigen Verlassen der Haltung führen
    3. Reizungen des n. ischiadicus: gerade in Vorwärtsbeugen können Reizzustände des n. ischiadicus, der Bein und Fuß innerviert, symptomatisch werden, auch wenn sie sonst eher ruhig sind. Siehe dazu die FAQ
    4. Reizungen des Ansatzes der ischiocruralen Gruppe am tuber ischiadicum (Sitzbeinhöcker) werden in dieser Haltung deutlich zu Tage treten und bedürfen der Schonung vor intensiver Dehnung, wie sie diese Haltung fordert.
  • Varianten:
    Unterarm auf Klotz

    Anleitung Details
    1. nimm die 1. Hüftöffnung ein, indem Du den rechten Fuß zwischen die Hände setzt
    2. lege die beiden Unterarme links vom rechten Innenfuß auf dem Boden ab
    3. drücke Dich aus Kraft der Schultermuskulatur nach hinten ohne dabei das Becken anzuheben
    1. für diese Haltungen gelten die meisten der Bemerkungen zur 1. Hüftöffnung. Jedoch sind einige Ausweichbewegungen ausgeprägter
    2. im Gegensatz zur 1. Hüftöffnung drücke Dich hier aus Kraft der Schultern und nicht mehr aus Kraft des vorderen Beins nach hinten ! Ja nach Konstitution sollte spätestens nach 20 - 30 Sekunden die Arbeit der Schultermuskulatur recht deutlich spürbar werden. Für die Schultermuskulatur ist dies eine sehr wertvolle Arbeit, da sie nicht wie in vielen anderen Haltungen im Bereich von ca. 180° frontaler Abduktion stattfindet sondern bei rund 90°, also nicht die tonisierende Neigung mit sich bringt, die gerade bei Anfängern zuweilen nach vermehrtem intensiven Üben einen Reizzustand in der Schultermuskulatur hinterläßt.
    3. auch hier darf das Nach-hinten-Drücken nicht dazu führen, daß das Becken anhebt oder weniger sinkt
    4. die Unterarme müssen nicht unbedingt parallel liegen, sie dürfen durchaus konvergieren
    5. in vielen Fällen erreichen erst einmal nicht beide Ellbogen den Boden. Wenn der Abstand des äußeren (der drei vorderen Extremitäten) Ellbogens zum Fuß genügend groß ist, dürfte fast jeder diesen Ellbogen auf dem Boden aufsetzen können. Der andere Ellbogen hingegen mag dann oft noch in der Luft hängen, was der Haltung insofern keinen Abbruch tut, daß nur das Nach-hinten-Drücken ein wenig darunter leidet, nicht aber der Charakter der Haltung oder die wichtigsten Wirkungen. Bei Bedarf kann der zweite Ellbogen auf einen Klotz gesetzt werden.
    6. die Neigung des vorderen Knies, nach außen auszuweichen, ist hier größer als in der 1. Hüftöffnung und es steht kein Arm zur Verfügung, der die Bewegung begrenzen würde. Versuche also aus Kraft der Adduktoren das vordere Bein wieder an den Körper heranzuziehen, möglichst ohne das Becken dabei anzuheben.
    7. der vordere Innenfuß neigt dazu abzuheben, was Teil der Ausweichbewegung des vorderen Beins ist. Versuche, den Innenfuß herunterdrücken zusammen mit dem zuvor angesprochenen Heranziehen des Beins
    8. wie in der 1. Hüftöffnung ist auch hier die wichtigste Arbeit, das Becken bei möglichst gut durchgestrecktem hinterem Bein sinken zu lassen bzw. herunterzudrücken. Naturgemäß wird seine seitliche Schieflage hier größer sein, was allerdings die Dehnungswirkung auf die Hüftbeuger nicht nennenswert beeinträchtigt
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

      Varianten

      Unterarm auf Klotz

      Anleitung Details
      1. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein
      2. jeder Ellbogen, der den Boden nicht erreicht, kann hinreichend unterstützt werden.
      1. verbreitetstes Hilfsmittel sind Klötze. Jedoch sind auch andere Hilfsmittel möglich, die Beschaffenheit ist nicht besonders wichtig. Beispielsweise eignen sich Schulterstandplatten, ein Buch oder ein Packen Patches ebenfalls gut
      2. Zumeist muß der innere (von den drei vorderen Extremitäten) Ellbogen deutlich mehr unterstützt werden, oft um etwa einen Klotz mehr als der andere.
       
      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können