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"Hyperbel"

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letzte Änderung: 5.8.2017
Name: -
Trivialname: Hyperbel
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Schulterdehnung
psychomental: . __
physiologisch: . __
Wirkungen:
Vorbereitung:
  • Einzige Aufgabe der Haltung ist eine passive aber intensive frontale Abduktion in der Schulter, bereite vor mit:
    1. Hund Kopf nach unten, insbes. die Variante "weit" als allgemeine Dehnung der Schulter und der ischiocruralen Gruppe
    2. Rückenausstreckung, insbes. Variante "erhöht" als allgemeine Dehnung der Schulter und der ischiocruralen Gruppe
    3. rechtwinkliger Handstand als verwandte Haltung, die sich i.w. nur in der Drehung der Arme unterscheidet
    4. Handstand als sehr verwandte und stark synergistische Haltung
    5. Ellbogenstand als sehr verwandte und stark synergistische Haltung
    6. rechtwinkliger Ellbogenstand als verwandte Haltung, die sich i.w. nur in der Drehung der Arme unterscheidet
    7. Hundeellbogenstand als sehr verwandte und stark synergistische Haltung
    8. Hyperbel als eine der effektivsten und effizientesten Dehnungen in Richtung frontaler Abduktion ohne Exorotation der Arme
    9. Schulteröffnung am Stuhlals eine der effektivsten und effizientesten Dehnungen in Richtung frontaler Abduktion mit Exorotation der Arme
  • Nachbereitung:
  • genauso wie diese Haltung zur Vorbereitung des unteren Rückens eingesetzt werden können, sollten sie helfen, wenn es in der Haltung zu Anspannung im unteren Rücken gekommen ist:
    1. parsva uttanasana
    2. virasana Vorwärtsbeuge (Kindstellung)
    3. parsva upavista konasana
    4. parivrtta trikonasana
    5. parsvottanasana
    6. Halber Lotus Vorwärtsbeuge
    7. karnapidasana
  • ähnliche asanas:
    Diagnostik (Nr.):
  • (231) (234) Schulter : hier läßt sich die Beweglichkeit der Schulter sehr gut erkennen, auch Seitenunterschiede und ggf. gibt es Hinweise auf Erkrankungen der Schulter:
    1. reizhafter Hypertonus des Deltoideus: insbesondere ambitionierte Beginner im Yoga neigen dazu, Reizzustände im Deltoideus zu entwickeln, die im Bereich der Muskelursprünge lokalisiert sind, vermutlich von einer Überforderung der Strukturen durch häufig wiederholte Anforderung im voller frontaler Abduktion herrühren und in ebensolcher Belastung auch auffallen, siehe FAQ.
    2. verschiedene pathologische Veränderungen des Schultergelenks wie z.B. Impingement-Syndrom (Highlight: Schmerzen zwischen ca. 70° und 130° frontaler Abduktion), Frozen shoulder, Verkalkungen der Bizepssehne, die hier nicht alle diskutiert werden können und der Abklärung befürfen. Facharzt ist b.a.w. der Orthopäde. .
    3. Seitenunterschiede in der Beweglichkeit: eine Schulter wird dann höher stehen oder der Arm mehr beugen
    Die Beweglichkeit der Schulter wird in Form des Maßes an Ausweichen in die drei Bewegungsdimensionen erkennnbar:
    1. Ausweichen der Oberarme nach außen mit konsequtivem Beugen der Ellbogen
    2. Verlust der Ausdrehung der Arme
    3. Fehlwinkel frontaler Abduktion, die 180° nicht oder nicht dauerhaft erreicht
  • (650) Kyphose und Lordosen der Wirbelsäule: die Abweichungen von der physiologischen Doppel-S-Form und dem physiologischen Verhalten bei Bewegung werden hier gut sichtbar. Normalerweise sollte hier der ganze Rücken relativ gleichmäßig runden. Bleibt die BWS konvex oder gerade, stellt das einen Hinweise auf eine eingeschränkte Extensionsfähigkeit dar. Ist die LWS hyperkyphosiert (zu konkav), sehen wir ein Hohlkreuz. Siehe dazu die FAQ
  • (651) ungleiche Schulterhöhe/Skoliosen der Wirbelsäule: die als Skoliose bezeichneten seitlichen Abweichungen der Wirbelsäule aus der Sagittalebene werden ebenfalls in dieser Haltung recht gut sichtbar. Siehe dazu die FAQ
  • Varianten:
    (P) Arme ausdrehen

    Anleitung Details
    1. liege bäuchlings zur Wand gewandt auf dem Boden mit dem Kopf maximal 10 cm von der Wand
    2. hebe einen Arm nach vorn-oben an, so daß Du ggf. unter leichter Seitdrehung des Rumpfes die zugehörige Hand möglichst weit oben auf der Wand positionieren kannst. Krabbele mit den Fingern noch einmal höher, soweit möglich.
    3. Lege dann die Handfläche vollflächig nach oben weisend auf die Wand.
    4. Spreize die Finger, um die Hand einfacher gleichmäßig auf die Wand drücken zu können.
    5. Bringe die zweite Hand auf gleiche Weise ebenfalls auf die Wand und zwar so, daß beide Hände schließlich so hoch als möglich nebeneinander liegen
    6. Verschränke die beiden Daumen, damit die Hände sich gegenseitig ein wenig gegen Verrutschen sichern.
    7. strecke die Arme ganz durch, drehe sie maximal aus und lasse den Oberkörper aus den Schultern heraus nach unten-hinten los
    8. entspanne die Rücken, Po- und Beinmuskulatur so weit als möglich, um eine maximale Wirkung des Gewichts des Oberkörpers und Kopfes in den Schultern zu erhalten
    1. Drücke die Innenhand mit auf die Wand, vermeide aber, daß die Arme deswegen in die falsche Richtung drehen (und zwar eindrehen). Von Fortgeschrittenen können stattdessen auch die Handaußenkanten auf die Wand gedrückt werden, wobei die Hände aufeinanderliegen und wiederum die Daumen verschränken. Das verbessert die Exorotation der Arme und intensiviert die Dehnung nochmals.
    2. Bei Beweglichkeitseinschränkungen der Schulter entsteht fast unvermeidlich eine Neigung der Arme, in den Ellbogengelenken zu beugen. Dieses zu bemerken und ständig aufs Neue abzustellen, stellt eine der großen Herausforderungen dieser Haltung dar. Die Minderbeweglichkeit in den Schultern erzwingt ein Abweichen von der exakten Streckung, welches zumeist aufgrund der dreidimensionalen Beweglichkeit des Schultergelenks in drei Parametern geschieht:
      1. Nichterreichen der Streckung von 180° Winkel frontaler Abduktion in den Schultern
      2. Einschleichen einer lateralen Abduktion des Oberarms in Kombination mit entsprechender Beugung des Ellbogengelenks. Zu erkennen ist diese Abduktion am nicht gestreckten Winkel im Ellbogengelenk wie auch an der nicht gegebenen Parallelität zwischen Unter- und dazugehörigem Oberarm. In deutlichen Fällen divergieren die Oberarme sogar, statt wie die Unterarme zu konvergieren (schließlich liegen die Hände nebeneinander)
      3. Einstellen einer verminderten Exorotation bzw. Tendenz zur Endorotation des Oberarms im Schultergelenk. In Verbund mit der ersten und zweiten Ausweichbewegung ergibt sich häufig eine Bewegung des Ellbogens nach außen-oben statt, wie gefordert, nach unten-innen
    3. Die Entspannung der Rücken-, Po-, und beinrückseitigen Muskulatur ist ein wichtiges Details der Haltung, da ansonsten die in den Schultern wirkenden Momente bis auf Null reduziert werden können. Es ist jedoch in vielen Fällen wegen der großen Wirksamkeit der Haltung den Übenden nicht möglich, diese Muskelpartien völlig zu entspannen. In einigen Fällen werden auch Störungen der Befindlichkeit des unteren Rückens verzeichnet, die, falls nicht tolerabel, begrenzt werden können durch einen gewissen, maßvollen Einsatz insbesondere der Pomuskulatur zur Zwecke der Verbesserung der Extension in den Hüften und Entschärfung der Winkels in den Wirbelgelenken der LWS. Geht durch diese Maßnahme die Wirkung in dem Schulterbereich zu weitgehend verloren, kann auch eine Vorbereitung der Muskulatur um die LWS (uttanasana, parsvottanasana, karnapidasana,..) bzw. entsprechende Nachbereitung hilfreich sein
    4. Als Zeichen der Entspannung der beinrücksetigen Muskulatur sollen die Füße schwer am Boden liegen. Sind sie hingegen leicht oder angehoben, weist das auf Spannung in der besagten Muskulatur hin. Bei Schwierigkeiten mit der bewußten Entspannung dieses Muskelbereichs kann empfohlen werden, die Füße auf den Boden zu drücken.
    5. Falls Krämpfe in den Fußsohlen auftreten, kann die Position der Oberschenkel bzgl. der Rotation verändert werden sowie auch die Lage der Füße. Außerdem können die Füße aufgestellt werden, also die Zehenunterseiten auf den Boden
    6. Die Schultermuskulatur (m. deltoideus) kann sich krampfartig bemerkbar machen. Dagegen helfen sowohl zuvor ausgeführte dehnende Haltungen wie gomukhasana als auch, soweit möglich, das aktiv oder passiv ausgeführte vermehrte Ausdrehen der Arme.
    7. In dieser Haltung sind häufig Maskierungseffekte zu beobachten. Während zuerst der Bereich der Schultermuskulatur krampfartig wahrgenommen wird, ist häufig danach eine Schwäche des unteren Rückens spürbar. Bei längerem Verweilen in der Haltung, insbesondere bei beweglicheren Menschen, wird die Dehnung einiger Teile der seitlichen Rückenmuskulatur wie latissimus dorsi oder der teres-Muskulatur spürbar.
    8. Um der Krampfneigung in der Fußsohle bei gestrecktem Fußgelenk zu begegnen, können die Füße auch aufgestellt werden, wobei auch hier darauf zu achten ist, daß möglichst keine Spannung in der Muskulatur der Beinrückseite herrscht, die dazu geeignet wäre, den Rücken mit hochzuhalten.
    9. Der Kopf wird in dieser Haltung in Verlängerung der WS gehalten. Wenn jedoch eine gewisse Dehnung der Nackenmuskulatur erwünscht oder angenehm ist, kann der Kopf auch zur Brust genommen werden
    10. In einigen Fällen wird der Druck der Kniescheibe auf den Boden als unangenehm empfunden. Dann könnnen die Beine leicht ausgedreht werden, was der übrigen Haltung keinen wesentlichen Abbruch tut.
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

      Varianten

      (P) Arme ausdrehen

      diese Variante verstärkt die Dehnung, kann aber auch die Krampfneigung der Schultermuskulatur reduzieren
      Anleitung Details
      1. stehe als Hilfestellung Leistender mit beiden Beinen symmetrisch über dem Rücken des Übenden, die Füße seitlich neben dem Oberkörper
      2. greife mit beiden Händen jeweils zur Mitte der Oberarme und drehe diese so aus, daß sich der Bizeps mehr nach oben dreht. Achte dabei darauf, daß die Arme gestreckt bleiben bzw. wirke an der Streckung der Arme mit, indem Du beide Oberarme zueinander drückst.
       
      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können