balasana
"Kindstellung"

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letzte Änderung: 17.11.2017
Name: balasana
Trivialname: Kindstellung
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Haltung am Boden
psychomental: . beruhigend
physiologisch: . Dehnung Rücken und Po
Wirkungen:
Vorbereitung: zu dieser Haltung werden keine vorbereitenden Übungen angegeben
Nachbereitung:
ähnliche asanas:
Diagnostik (Nr.):
Varianten:
Beine weit
Kopf unterstützt
Po unterstützt

Anleitung Details
  1. sitze auf den Unterschenkeln
  2. beuge aus den Hüften nach vorn und lege den Oberkörper auf den Oberschenkeln ab
  3. wenn möglich, lege den Kopf auf dem Boden ab. Falls nötig, benutze einen Klotz oder eine andere Erhöhung, um den Kopf ablegen zu können.
  4. lege bequem die Arme nach hinten in Richtung Becken ab, die Handflächen zeigen etwa zur Decke
  1. die Kindstellung ist eine reine, möglichst komfortable Ausruh-Haltung und hat keinerlei Ambitionen bzgl. Dehnung, Kräftigung, Koordination oder ähnlichem !
  2. Auf den ersten Blick hat die Kindstellung eine gewisse Ähnlichkeit zur virasana Vorwärtsbeuge. Da aber das Gesäß auf den Fersen ruht - falls die Oberschenkel hinreichend beweglich sind - ist sie von weitaus geringer fordernder Natur an die Gesundheit der Knie und die Dehnfähigkeit der Oberschenkel. Während in virasana der Po zum Boden sinken soll, was gute Dehnfähigkeit der monoartikulären Quadrizeps-Anteile voraussetzt, reicht in der Kindstellung eine durchschnittliche Beweglichkeit, um den Po auf den Fersen abzulegen. In der Vorwärtsbeuge wird der Po dann ggf. wieder ein wenig abheben wollen, weil der Oberkörper das Becken weniger nach unten drückt. Wenn der in der Luft hängende Po als unangenehm empfunden wird oder Streß in den Knien wahrgenommen wird, kann der Po hier gerne auf eine Erhöhung gesetzt werden, die derlei Probleme gänzlich beseitigt. Das tut der Kindstellung genauso wenig Abbruch, wie es umgekehrt in der virasana erwünscht wäre oder leichtfertig angewendet würde, schließlich geht es dort gerade um die Dehnung der monoartikulären Quadrizepsanteile, die etwa in supta virasana deutlich weniger getroffen werden.
  3. Alternativ zur nach hinten abgelegten Position der Arme können diese auch am Kopf vorbei nach vorn gestreckt werden. Das erfordert je nach Bewglichkeit der Quadrizeps, also Höhe des Beckens und Beweglichkeit der Pomuskulatur, also Höhe des Oberkörpers, mehr oder weniger Beweglichkeit in der Schulter im Sinne der frontalen Abduktion. Selbstverständlich werden die Arme völlig entspannt abgelegt und müssen nicht etwa strecken.
  4. Wenn der Kopf nicht auf dem Boden abzulegen ist oder nur mit Spannung im Nacken, sollte eine Unterstützung des Kopfes verwendet werden, außer die Kindstellung würde gerade wegen der leichten Dehnungswirkung auf den Rücken ausgeführt !
  5. Ähnlich der virasana kann auch hier eine Krampfneigung in der Fußsohle oder eine Dehnungswirkung in der Fußhebermuskulatur (Unterschenkelvorderseite) auftreten. Erstere ist immer zu vermeiden, bei letzterer kannn entschieden werden, in wie fern sie der gewünschten Entspannung abträglich ist. In allen Fällen können diese beiden Effekte mit einer Unterstützung des Fußgelenkbereiches gemildert oder beseitigt werden, etwa in Form eines Stücks Matte, die eng und wenig kompressibel zusammengerollt wird.
  6. Die Arme liegen nur so weit exorotiert, daß minimale Spannung in den Rotatoren auftritt. Die Unterarme sind anders als etwa in savasana eher proniert, so daß auch hier wieder der Handrücken zum Boden zeigt. Somit steht sowohl eine Entspannungshaltung mit Supination als auch eine mit Pronation zur Verfügung und die Drehung der Arme unterscheidet ich deutlich
  7. Die Knie sind normalerweise hüftbreit, können aber auch weiter auseinander gehalten werden, was normalerweise als nochmals entspannender empfunden wird, weil die Flexion in den Hüften müheloser gelingt und auch, weil die Atmung weniger eingeschränkt wird. Werden die Oberschenkel soweit seitlich geöffnet, daß der Oberkörper fast gänzlich frei zwischen den Beinen hängt, wird die Haltung meist als weniger entspannend empfunden und ggf. muß der Kopf unangenehm viel Gewicht auf den Boden abgeben.
  8. Ähnlch der virasana und supta virasana ist es auch hier empfehlenswert, die Waden beim Einnehmen der Haltung nach außen zu ziehen
  9. selten kann eine Krampfneigung im rectus femoris auftreten oder sich der ventrale Hüftbereich nach der Haltung verkürzt anfühlen. Begrenze dann den Beugewinkel in den Hüften oder entlaste bzgl. der Flexion, in dem du eine Unterstützung unter dem Kopf verwendest oder die Variante "weit" ausführst und den ganzen Oberkörper entsprechend hoch abstützt
 
Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
     

    Varianten

    Beine weit

    Anleitung Details
    1. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein, halte die Beine aber deutlich weiter geöffnet, so daß der Oberkörper, insbesondere der Bauch dazwischen Platz findet.
    1. diese Variante erleichtert die Atmung, fordert aber mehr Bewelichkeit insbes. in den Hüftextensoren, also z.B. der Pomuskulatur. Ggf. muß eine Unterstützung des Pos verwendet werden. Wenn der Kopf unangenehm viel Druck auf den Boden abgibt, verwende auch dort eine Unterstützung.
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

         

      Kopf unterstützt

      Anleitung Details
      1. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein, unterstütze aber den Kopf so weit wie nötig, damit keine oder nur die gewünschte Dehnung in Nacken oder Rücken auftritt
         
        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
           

             

          Po unterstützt

          Anleitung Details
          1. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein, setze aber den Po auf eine Erhöhung, die sicherstellt, daß die Knie keine Mißempfindung zeigen und falls zu intensiv, die Quadrizeps nur soweit gewünscht Dehnung empfinden
             
            Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können