"Glutaeusdehnung am Mattenrand"

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letzte Änderung: 30.5.2003
Name:
Trivialname: Glutaeusdehnung am Mattenrand
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Haltung im Sitzen
psychomental: . sitzende Hüftöffnung
physiologisch: . __
Wirkungen:
Vorbereitung:
Nachbereitung:
ähnliche asanas:
Diagnostik (Nr.):
  • (704) Hüftgelenk: gerade die weit exorotierten, abduzierten Haltungen und Bewegungen lösen Schmerzen bei bestehenden Hüftschäden aus
    1. Arthrotische Veränderung (degenerativ mit Knorpelschwund) des Gelenks
    2. Arthritiden (Gelenksentzündungen) verschiedener Art
    3. Morbus Perthes würde klassischer Weise ausgeprägt auf diese Haltung reagieren
    4. Dyslokation / Subluxation, die ein deutlich erhöhtes Spannungsempfinden in verschiedenen das Hüftgelenk überziehenden Muskeln verursachen würde
    5. erlittene Gelenktraumata, die ggf auch noch nach vielen Wochen oder Monaten Schmerzen im Gelenk verursachen
    weiter erhalten wir hier eine sehr gute Aussage über die Dehnfähigkeit der Glutäen, vermutlich ist der m. glutaeus medius mehr betroffen als der m. glutaeus maximus.
  • (885) Knie: in dieser Haltung werden Knieprobleme, die mit weitem Beugen unter einer gewissen Last assoziiert sind, sehr gut offenbar. Hier ist der Unterschenkel zudem gegenüber dem Oberschenkel eingedreht, was einen zusätzlich Stressor darstellt. Das können zum Beispiel sein: traumatische oder degenerative Meniskusschäden, Arthrosen, Arthritiden, Subluxationen, Bandschäden, Plica-Syndrome und andere, siehe dazu die FAQ
  • (726) Biceps femoris: Einer besonderen Dehnungsanforderung ausgesetzt ist hier der m. biceps femoris. Nicht selten stellt seine Verkürzung den limitierenden Faktor in dieser Haltung dar.
  • Varianten:

    Anleitung Details
    1. sitze in Längsrichtung auf einer Matte
    2. beuge das rechte Knie, drehe den Oberschenkel in der Hüfte maximal aus und lege die rechte Fußaußenkante auf den linken Mattenrand so, daß der Unterschenkel parallel zum kurzen Mattenrand ist
    3. beuge das linke Knie, drehe den Oberschenkel ebenfalls maximal aus und legen die linke Fußaußenkante vor dem rechten Knie auf den rechten Mattenrand, so daß sich die Unterschenkel überkreuzen
    4. ziehe beide Pobacken nach hinten-außen
    5. drehe beide Oberschenkel nochmals maximal aus
    6. beuge mit tendenziell streckendem Oberkörper nach vorn, wenn möglich lege den Kopf auf den Boden vor den beiden Unterschenkeln und lege die Arme tendenziell eher gestreckt nach vorn ab
    1. diese Haltung ist eine der wirksamsten Dehnungen für andere Anteile der Pomuskulatur, als in der Vorwärtsbeuge des halben Lotussitzes angesprochen werden, vermutlich handelt es sich hier u.a. um den glutaeus medius
    2. parallel zum kurzen Mattenrand ist nur der erste aufgesetzte Unterschenkel, da die Unterschenkel sich überkreuzen, folgt, daß der zweite Unterschenkel nicht parallel ist.
    3. die Ferse soll satt auf dem Mattenrand aufliegen, am besten der geahnte Schwerpunkt des Kalkaneus. Wenn das nicht funktionieren sollte, so ist das in aller Regel nicht die Folge "zu kurzer Unterschenkel", wie so oft von Schülern behauptet, sondern die Folge von unzureichender Ausdrehung der Oberschenkel in den Hüften infolge Beweglichkeitseinschränkungen, was sich auch i.d.R. sofort dadurch bestätigt, daß die Knie nicht so weit als möglich unten sind. Erst dann ließe sich nämlich aussagen, ob die Unterschenkel zu kurz sind !
    4. die Pobacken initial nach hinten-außen zu ziehen und die Oberschenkel vor dem Nach-vorn-Beugen nochmals beidhändig kräftig auszudrehen, ist eine wichtige Vorbereitung !
    5. in Fällen schmerzender Knie versuche eine Unterstützung der Knie, so daß sie nicht in der Luft schweben bzw. erhöht unterstützt werden. Schmerzt nur ein Innenknie, so kann dies ggf. mit einer Hand während der Haltung in vermehrter Exorotation gehalten werden. Denkbar wäre auch der Einsatz eines Gürtels, dessen freies Ende oben auf dem Oberschenkel liegt und an dem ein Supporter während der Haltung zieht
    6. Liegt die Fußaußenkante unangenehm auf, können Patches oder eine Decke ein wenig mehr Weichheit vermitteln
    7. es spielt keine Rolle, wo der Vorfuß liegt, wichtig ist, daß die Ferse auf dem Mattenrand liegt. Ob und wie weit der Fuß in plantarer Flexion liegt, spielt für die Haltung keine Rolle
    8. in einigen Fällen ist der limitierende Faktor nicht im/am Becken zu suchen, sondern der Beinbizeps meldet viel eher übermäßige Dehnungsempfindung. Vergrößere dann den Winkel des Knies im betroffenen Bein ein wenig, bis eine Verschiebung der Wirkung in Richtung Po/Becken auftritt.
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

      Varianten