parivrtta parsvakonasana
"gedrehter seitlicher Winkel"

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letzte Änderung: 7.8.2017
Name: parivrtta parsvakonasana
Trivialname: gedrehter seitlicher Winkel
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Stehhaltung
psychomental: . ___
physiologisch: . ___
Wirkungen:
Vorbereitung:
  • Auch wenn es auf den ersten Bilck wegen des gebeugten vorderen Knies nicht so aussieht, aber es wird aufgrund der scharfen Flexion in der Hüfte gute Flexibilität in der ischiocruralen Gruppe benötigt, bereite dies vor mit:
    1. uttanasana als allgemein effektive und effiziente Dehnung der ischiocruralen Gruppe für Vorbereitung der Flexion in den Hüften in dieser Haltung
    2. prasarita padottanasana sehr ähnlich wie uttansana
    3. parsvottanasana als über die uttanasana hinausgehende Dehnung
    4. pascimottanasana
    5. janu sirsasana
    6. tryangamukhaikapada pascimottanasana
    7. Hund Kopf nach unten als ebenfalls gute Vorbereitung der Ischiocruralen, wenn das Becken kraftvoll gekipppt wird
    8. Hüftöffnung 5 als sehr wirksame, über die uttanasana hinausgehende Dehnung der Ischiocruralen
    9. Kriegerstellung 3
    10. trikonasana
    11. parivrtta trikonasana
  • Der parsvakonasana-typische Arm ist in weit exorotierter maximaler frontaler Abduktion, was je nach Beweglichkeit Vorbereitung braucht:
    1. Hund Kopf nach unten, insbes. die Variante "weit" als allgemeine Dehnung der Schulter
    2. Rückenausstreckung, insbes. Variante "erhöht" als allgemeine Dehnung der Schulter
    3. rechtwinkliger Handstand als bezüglich des Arms verwandte Haltung
    4. Handstand als bezüglich des Arms synergistische Haltung
    5. Ellbogenstand als bezüglich des Arms synergistische Haltung
    6. rechtwinkliger Ellbogenstand als bezüglich des Arms verwandte Haltung
    7. Hundeellbogenstand als bezüglich des Arms synergistische Haltung
    8. Hyperbel als eine der effektivsten und effizientesten Dehnungen in Richtung frontaler Abduktion ohne Exorotation der Arme
    9. Schulteröffnung am Stuhl als eine der effektivsten und effizientesten Dehnungen in Richtung frontaler Abduktion mit Exorotation der Arme
  • die Drehung des Oberkörpes ist die gleiche wie in parivrtta trikonasana, bereite vor mit:
    1. sitzendes Drehen als sehr effektive und effiziente Übung zum Drehen
    2. parivrtta trikonasana
    3. parivrtta ardha chandrasana
    4. jathara parivartanasana
    5. maricyasana 3
  • die Extensoren des vorderen Beins arbeiten unter i.w. maximaler Dehnung, was dehnende Vorbereitung braucht:
    1. halber Lotus Vorwärtsbeuge
    2. Hüftöffnung am Mattenrand
    3. Hüftöffnung 3
    4. parivrtta trikonasana
    5. parivrtta ardha chandrasana
    6. malasana
    7. maricyasana 1
    8. maricyasana 3
  • da die Extensoren des vorderen Beins aber auch das Körpergewicht halten müssen, können sie auch eine Kräftigende Vorbereitung brauchen:
    1. caturkonasana
    2. parsvakonasana
    3. Theke
    4. Kriegerstellung 2
    5. purvottanasana
    6. urdhva dhanurasana
    7. eka pada-Variante der urdhva dhanurasana
    8. setu bandha sarvangasana
    9. eka pada-Variante der setu bandha sarvangasana
    10. Kriegerstellung 3
    11. rückwärts gegen die Wand"-Variante" der Kriegerstellung 3
    sowie diverse andere Rückbeugen
  • Durch die Lastverteilung und die extrem schmale physikalische Stützbasis (insbes. dann, wenn die hintere Ferse nicht zum Boden gebracht werden kann) erhält die Haltung einen deutlichen Balancecharakter, bereite diesen Aspekt vor mit:
    1. Kriegerstellung 3
    2. vrksasana
    3. hasta padangusthasana, frontal und seitlich
    4. eka pada prasarita (ein Bein gehoben)-Variante der uttanasana
    5. ardha chandrasana
    6. parivrtta ardha chandrasana
  • Nachbereitung:
    ähnliche asanas:
    Diagnostik (Nr.):
  • Schulter : Hier läßt sich die Beweglichkeit der Schulter erkennen, auch Seitenunterschiede und ggf. gibt es Hinweise auf Erkrankungen der Schulter:
    1. reizhafter Hypertonus des Deltoideus: insbesondere ambitionierte Beginner im Yoga neigen dazu, Reizzustände im Deltoideus zu entwickeln, die im Bereich der Muskelursprünge lokalisiert sind, vermutlich von einer Überforderung der Strukturen durch häufig wiederholte Anforderung im voller frontaler Abduktion herrühren und in ebensolcher Belastung auch auffallen, siehe FAQ.
    2. verschiedene pathologische Veränderungen des Schultergelenks wie z.B. Impingement-Syndrom (Highlight: Schmerzen zwischen ca. 70° und 130° frontaler Abduktion), Frozen shoulder, Verkalkungen der Bizepssehne, die hier nicht alle diskutiert werden können und der Abklärung bedürfen. Facharzt ist b.a.w. der Orthopäde.
    3. Seitenunterschiede in der Beweglichkeit
    Die Beweglichkeit der Schulter wird in Form des Maßes an Ausweichen in die drei Bewegungsdimensionen erkennbar:
    1. Ausweichen der Oberarme nach außen mit konsequtivem Beugen der Ellbogen
    2. Verlust der Ausdrehung der Arme
    3. Fehlwinkel frontaler Abduktion, die 180° nicht oder nicht dauerhaft erreicht
  • ischiocrurale Gruppe: in der scharfen Flexion im vorderen Bein, in der gleichzeitig eine gewisse Last in der Muskulatur der Beinrückseite ruht, lassen sich verschiedene Störungen auffinden:
    1. Verkürzungen der ischiocruralen Muskulatur, siehe FAQ
    2. Beschädigungen der ischiocruralen Muskulatur, die Schmerz oder funktionale Einschränkungen mit sich bringen, lassen sich hier ebenfalls gut erkennen, von einfacher Verspannung über Zerrung bis zum Muskel(An-/Teilab-/Ab-)riss. Abrisse würden zu einer Kraftminderung beim zügigen Verlassen der Haltung führen
    3. Reizungen des n. ischiadicus: gerade in Vorwärtsbeugen können Reizzustände des n. ischiadicus, der Bein und Fuß innerviert, symptomatisch werden, auch wenn sie sonst eher ruhig sind. Siehe dazu die FAQ
    4. Reizungen des Ansatzes der ischiocruralen Gruppe am tuber ischiadicum (Sitzbeinhöcker) werden in dieser Haltung deutlich zu Tage treten und bedürfen der Schonung vor intensiver Dehnung, wie sie diese Haltung fordert.
  • Waden: in dieser Haltung wird die Wadenmuskulatur deutlich beansprucht, insbesondere wenn die hintere Ferse nicht zum Boden gebracht werden kann, da dann wegen der sehr schmalen physikalischen Stützbasis viel Balancearbeit erfoderlich ist. Treten Wadenkrämpfe rasch auf, deutet das oft auf mangelnde Kraftausdauer oder ein Versorgungsproblem wie etwa Magnesiummangel im Blut oder mangelnde Durchblutung hin. Dies hat in aller Regel nichts mit nächtliche auftretenden Wadenkrämpfen zu tun, die in aller Regel durch anhaltende Streckbewegungen (plantare Flexion) im Fußgelenk aufgrund des aktuellen Traumgeschehens bedingt sein dürften
  • Hüftgelenk: wegen der sehr weiten Beugung in der vorderen Hüfte können bei bestehenden Hüftschäden Schmerzen ausgelöst werden
    1. Arthrotische Veränderung (degenerativ mit Knorpelschwund) des Gelenks
    2. Arthritiden (Gelenksentzündungen) verschiedener Art
    3. Dyslokation / Subluxation, die ein deutlich erhöhtes Spannungsempfinden in verschiedenen das Hüftgelenk überziehenden Muskeln verursachen würde
    4. erlittene Gelenktraumata, die ggf auch noch nach vielen Wochen oder Monaten Schmerzen im Gelenk verursachen
  • Rücken, Flexibilität (Torsion): Diese Haltung stellt große eine Anforderung an die Flexibilität des Rückens im Sinne der Torsionsfähigkeit. Wie aus verschiedenen Drehhaltungen bekannt, läßt sich der Oberkörper in Flexion der BWS leichter drehen, in dieser Haltung ist die Wirbelsäule allerdings relativ gestreckt, und das ohne daß große Mühe dafür aufgewendet werden müßte. Dementsprechend höher sind die Anforderungen an die Flexibilität. Eine Unmöglichkeit, den kontralateralen Oberarm am Außenbein anzusetzen, ist i.d.R. die Folge mangelnder Torsionsfähigkeit
  • Knie: in dieser Haltung werden Knieprobleme, die mit Beugen unter Last assoziiert sind, offenbar. Das können zum Beispiel sein: traumatische oder degenerative Meniskusschäden, Arthrosen, Arthritiden, Subluxationen, Bandschäden, Plica-Syndrome und andere, siehe dazu die FAQ
  • Varianten:
    Ferse hoch
    Hand auf Klotz
    hinterer Fuß in Raumkante
    (P)

    Anleitung Details
    1. nimm die 1. Hüftöffnung ein, rechtes Bein vorn
    2. löse Dich mit beiden Händen vom Boden
    3. bringe mit Drehung des Oberkörpers nach rechts den linken Oberarm am rechten Oberschenkel von außen an, so weit hinten, daß der Arm nicht über das Knie nach vorn abrutschen kann und daß die Finger der linken Hand am Boden abstützen können
    4. drehe den Oberkörper maximal nach rechts und nimm den rechten Arm ausgedreht in die Verlängerung der rechten Körperseite; streck ihn aus der Schulter heraus vom Becken weg
    1. vor dem Anbringen des linken Arms am rechten Bein ist es hilfreich, die Haut des Bauchs über das rechte Bein hinwegzuziehen
    2. wenn die hintere Ferse ruhig auf dem Boden stehen kann, ist das für die Stabilität sehr hilfreich. Häufig ist dies allerdings nicht möglich, was häufigeren und kräftigen Einsatz der Wadenmuskulatur des vorderen Beins erfordert, um das entstehende Wackeln auszugleichen
    3. Das vordere Bein ist sehr interessant. Zum einen halten sowohl die monoartikulären als auch die biartikulären Hüftextensoren, also die Pomuskeln und die ischiocrurale Gruppe, das Teilkörpergewicht aus Armen, Oberkörper und Kopf, was sie deutlich zum arbeiten bringt, zum anderen tun sie das im Bereich weitgehender Dehnung, die bei weniger guter Beweglichkeit auch manchmal deutlich gespürt wird. Zwar ist das Knie nur in der Größenordnung von 90° gebeugt, wegen der sehr scharfen Flexion in der Hüfte ist die ischiocrurale Gruppe dadurch aber häufig an der Grenze ihrer Beweglichkeit, wie es evidenterweise auch die Pomuskulatur ist. Desweiteren wird der Quadrizeps des vorderen Beins gefordert, ein nennenswertes Teilkörpergewicht bei weiter Beugung des Knies zu halten und die Wadenmuskulatur ist mit der Balancearbeit deutlich gefordert, zumal der Schwaerpunkt weit in Richtung des beugenden Beins verschoben ist. Die Balancearbeit wird umso intensiver, wenn die hintere Ferse nicht schwer auf dem Boden aufgesetzt werden kann, da dann die physikalische Stützbasis umso schmaler ist.
    4. eine aktive Drehung des Oberkörpers ist den meisten Ausführenden nicht möglich, vielmehr wird die Drehung einmal eingenommen und durch den am Boden stehenden Arm fixiert. Selbstverständlich läuft der Versuch, die hintere Ferse auf den Boden zu setzen, der Drehung des Oberkörpers zuwieder, da zumeist die Summe aus dazu notwendiger Exorotationsfähigkeit des hinteren Beins und kontralateraler Drehung des Oberkörpers die gegebene Flexibilität überschreitet. Beim Versuch, die Ferse auf den Boden zu setzen, wird daher häufig das Becken unmerklich vom vorderen Bein ein wenig weg gedreht, was wiederum die Position des Oberkörpers verschlechtert, unter anderem indem es eine leichte Lateralflexsion des Oberkörpers erzwingt, die den Arm leichter abrutschen läßt.
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

      Varianten

      Ferse hoch

      Anleitung Details
           
          Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
             

               

            Hand auf Klotz

            Anleitung Details
                 
                Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können

                1. 2

                2. 4
                 

                   

                hinterer Fuß in Raumkante

                Anleitung Details
                     
                    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können

                    1. 2

                    2. 4
                     

                       

                    (P)

                    Anleitung Details
                         
                        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können

                        1. 2

                        2. 4