sarvangasana
"Alle-Glieder-Stellung ('Schulterstand')"

Feedback senden Sie bitte an: postmeister@yogabuch.de
letzte Änderung: 9.8.2017
Name: sarvangasana
Trivialname: Alle-Glieder-Stellung ('Schulterstand')
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Haltung
psychomental: . emotional beruhigend
physiologisch: . __
Wirkungen:
Vorbereitung:
  • diese Haltung fordert von der gesamten HWS eine Beugung von ca. 90°, bereite darauf mit Haltungen mit geringerer Belastung und besserer Kontrolle der Last auf der HWS vor:
    1. karnapidasana
    2. halasana
  • beide Arme sind in Retroversion, auch das kann vorbereitet werden:
    1. purvottanasana ("8 Schätze")
    2. Schulterstand
    3. gomukhasana
    4. "Arme hinter dem Körper"-Variante der uttanasana
    5. "Arme hinter dem Rücken "-Variante der prasarita padottanasana
    6. maricyasana 1
    7. maricyasana 3
  • aufgrund der Beweglichkeitseinschränkungen der HWS ist es meist schwierig, den Rücken zu strecken. Bereite deshalb vor mit:
    1. "Tisch"-Variante der uttanasana
    2. rechtwinklige uttanasana
    3. Kriegerstellung 3
    4. upavista_konasana in der Variante "Zug an den Füßen"
  • die Pomuskulatur und andere Abduktoren und Extensoren müssen intensiv arbeiten, um die Beine vom Kopf weg und damit die Hüfte auf 0° Flexion zu bringen. Kräftigende Vorbereitungen dafür:
    1. caturkonasana
    2. parsvakonasana
    3. Theke
    4. Kriegerstellung 2
    5. purvottanasana
    6. urdhva dhanurasana
    7. eka pada-Variante der urdhva dhanurasana
    8. setu_bandha_sarvangasana
    9. eka pada-Variante der setu bandha sarvangasana
    10. Kriegerstellung 3
    11. rückwärts gegen die Wand"-Variante" der Kriegerstellung 3
    sowie anderen diversen Rückbeugen
  • Dehnende Vorbereitungen, um die Bewegung der Beine weg vom Kopf zu erleichtern: :
    1. Hüftöffnung 1
    2. Hüftöffnung 2
    3. Kriegerstellung 1
    4. ardha supta krouncasana
    5. supta krouncasana
    Bei gegebener Rückengesundheit - also wenn keine Schäden an der Wirbelsäule und den Bandscheiben gegeben sind - kommen dazu:
    1. Hund Kopf nach oben
    2. urdhva dhanurasana (Brücke)
    3. ustrasana (Kamel)
    4. setu bandha sarvangasana
    sowie etliche weitere Rückbeugen mit Hüftextension
  • Eher selten zeigen die Ischiocruralen Krampfneigung, wenn diese bekannt ist, übe vorab:
    1. uttanasana als allgemein effektive und effiziente Dehnung der ischiocruralen Gruppe für Vorbereitung der Flexion in den Hüften in dieser Haltung, damit nicht mangelhafte Flexion die Arbeit in den Schultern einschränkt
    2. prasarita padottanasana sehr ähnlich wie uttansana
    3. parsvottanasana als über die uttanasana hinausgehende Dehnung
    4. pascimottanasana
    5. janu sirsasana
    6. tryangamukhaikapada pascimottanasana
    7. Hund Kopf nach unten als ebenfalls gute Vorbereitung der Ischiocruralen, wenn das Becken kraftvoll gekipppt wird
    8. Hüftöffnung IV als sehr wirksame, über die uttanasana hinausgehende Dehnung der Ischiocruralen
    9. Kriegerstellung 3
    10. trikonasana
    11. parivrtta trikonasana
  • Eher selten zeigen die Adduktoren Krampfneigung, wenn diese bekannt ist, übe vorab: :
    1. baddha_konasana
    2. Kriegerstellung 2
    3. parsvakonasana
    4. Theke
    5. caturkonasana
  • Nachbereitung:
    ähnliche asanas:
    Diagnostik (Nr.):
  • (312) Bizeps und andere Armbeuger: In dieser Haltung werden die Armbeuger nachhaltig eingesetzt. Verletzungen und Mangel an Kraft/Kraftausdauer werden hier offenbar. Auch eine Krampfneigung des Bizeps ist möglich, da er sowohl für die Supination des Unterarms als auch die Beugung des Ellbogengelenks arbeiten muß, um den Oberkörper weiter in Richtung Kopf zu drücken.
  • (401) (404) Handgelenk: in weitgehender plantarer Flexion und unter größerer Last zeigen sich möglicherweise Schwächen der Handgelenk:
    1. Ganglion, meist im dorsalen Bereich zwischen Hand und Unterarm, erzeugt Druckempfindung bei dorsaler Flexion des Handgelenks
    2. Sehnenscheidenentzündung der Sehnen der palmaren Flexoren oder Fingerbeuger
    3. Karpaltunnelsyndrom: Verschlechterung der Symptomatik in dieser Haltung
    4. Brüche und Anbrüche von Handwurzelknochen, allen voran dem Kahnbein
    5. Arthrotische Veränderung (degenerativ mit Knorpelschwund) des Gelenks
    6. Arthritiden (Gelenksentzündungen) verschiedener Art
    7. Dyslokation / Subluxation, die ein deutlich erhöhtes Spannungsempfinden in verschiedenen das Hüftgelenk überziehenden Muskeln verursachen würde
    8. erlittene Gelenktraumata, die ggf auch noch nach vielen Wochen oder Monaten Schmerzen im Gelenk verursachen
    aber auch rein muskuläre Symptome wie:
    1. Verkürzungen/Hypertonus der dorsalen Flexoren des Handgelenks, die zur einer Krampfneigung führen
    2. Verkürzungen/Hypertonus der dorsalen Flexoren des Handgelenks, die die dorsale Flexion des Handgelenks in der ausführenden Muskulatur auf der palmaren Seite des Unterarms dehnungsschmerzhaft machen
    3. Tennisellbogen: Belastungsschmerz an der Ursprungsstelle von Muskeln der äußeren radialen Seite des Unterarms im Übergang zum Oberarm
  • (201) (204) HWS :
  • grundsätzlich kann es zu Befindlichkeitsstörungen in der HWS nach dem Schulterstand kommen, die rein muskulär oder auch anderweitiger Herkunft sind. Mögliche Ursache sind Verkürzungen der dorsalen Muskulatur der HWS. Wenn Schwindel oder eine neuroradikuläre Symptomatik auftritt, sollte dies abgeklärt werden. Facharzt ist b.a.w. der Orthopäde.
  • (246) Schulter : Hier läßt sich die Beweglichkeit der Schulter in Richtung (geradliniger) Retroversion erkennen, auch Seitenunterschiede. Ggf. gibt es Hinweise auf Erkrankungen der Schulter:
    1. Hypertonus/Verkürzungen der vorderen Anteile des Deltoideus führen zu Dehnungsschmerzen
    2. verschiedene pathologische Veränderungen des Schultergelenks wie z.B. Frozen shoulder, Verkalkungen der Bizepssehne, die hier nicht alle diskutiert werden können und der Abklärung bedürfen. Facharzt ist b.a.w. der Orthopäde. .
    3. Seitenunterschiede in der Beweglichkeit
  • (511) Pectoralis: Verkürzungen des Pectoralis führen dazu, daß die Retroversion eingeschränkt ist.
  • (650) Kyphose und Lordosen der Wirbelsäule: die Abweichungen von der physiologischen Doppel-S-Form der menschlichen Wirbelsäule werden in dieser Haltung recht gut sichtbar. In LWS und HWS sollte ein gewisses Maß an Lordose (von vorn konvexe Wirbelsäule) und in der BWS ein gewisses Maß an Kyphose (von hinten konvexe Wirbelsäule) vorhanden sein. Siehe dazu die FAQ
  • (651) Beckenschiefstand/ungleiche Schulterhöhe/Skoliosen der Wirbelsäule: die als Skoliose bezeichneten seitlichen Abweichungen der Wirbelsäule aus der Sagittalebene werden ebenfalls in dieser Haltung recht gut sichtbar. Siehe dazu die FAQ
  • (602) Rückenstrecker: In dieser Haltung wird die Kraftausdauerfähigkeit der Rückenstrecker offenbar. Außer bei guter Beweglichkeit garantieren die körperinternen Widerstände in der Haltung die Notwendigkeit mit der Rückenmuskulatur andauernd und kraftvoll den Rücken zu strecken. Etwaige Verspannungen, seien sie durch die Körperhaltung, berufliche oder sonstige Anforderungen, Skoliosen, Hyperkyphosen der BWS oder durch fehlstehende Wirbel bedingt, sollten hier gut zutage treten.
  • (711) Hüftbeuger Hier wird die Beweglichkeit der Hüftbeuger sichtbar. Zwar wird nicht wie häufig als Folge verkürzter Hüftbeuger ein Hohlkreuz auftreten, stattdessen werden die Beine nicht in die Verlängerung des Oberkörpers, also die Senkrecht und damit die Hüften nicht in 0° gelangen. Zu den Risiken verkürzter Hüftbeuger siehe auch die FAQ Hilfreich sind dann:
  • (752) (722) (812) Kraftausdauer der Bein- und Hüftmuskulatur Der Schulterstand ist insofern eine sehr interessante Konstruktion, als daß er alle Seiten der Muskulatur der Beine in Arbeit bringt. Sobald die Hüftbeuger keine sehr gute Beweglichkeit haben, müssen die Extensoren der Hüfte (v.a. die Pomuskulatur) nachhaltig arbeiten, um die Beine nicht in Richtung des Kopfes sinken zu lassen. Da die Pomuskeln auch gleichzeitig Exorotatoren sind, entsteht eine Tendenz, die Beine auszudrehen, die u.a. mit Hilfe des adductor magnus ausgeglichen werden muß. In ähnlicher Weise müssen die Ischiocruralen zusammen mit den anderen Extensoren die Beine vom Kopf weg bewegen, was aber eine Beugeneigung der Knie erzeugt, gegen die die Quadrizeps anarbeiten müssen. Alle für die Oberschenkel relevanten Gruppen werden hier also mit ihrer Leistungsfähigkeit oder auch ihren Schwächen sichtbar.
  • (901) Füße: Versorgung
  • Varianten:
    Aufschwung beidbeinig
    Aufschwung einbeinig
    mit baddha konasana Beinhaltung
    eka pada
    padmasana
    parsva
    parsva_eka_pada
    rechtwinklig
    hanumanasana
    samakonasana
    mit Gürtel
    mit Klotz zwischen den Beinen

    Anleitung Details
    1. nimm halasana oder karnapidasana ein wie dort beschrieben
    2. gib dem Becken etwas Raum um nach hinten (vom Kopf weg) auszuweichen
    3. stütze dabei mit den Händen den Rücken seitlich nahe dem Becken ab
    4. verlagere das Becken so weit vom Kopf weg, daß Du das Gewicht der Füße vom Boden nehmen kannst
    5. hebe die Beine an und strecke sie dabei durch
    6. setze die Handinnenkanten waagerecht mit zur Wirbelsäule zeigenden Fingern so tief (bodennah, nicht beckennah !) wie möglich auf dem Rücken auf und drücke mit den Händen den Oberkörper in die Senkrechte
    7. bewege die Beine vom Kopf weg und den Oberkörper zum Kopf hin, bis beide in der Senkrechten und die Hüften gestreckt sind
    1. das Herandrücken des Oberkörpers aus den Armen besteht aus zwei Bewegungen: der Arbeit der Armbeuger (u.a. Bizeps), die den Rücken vom Boden weg und zum Kopf hin drücken und zweitens der Supinationsbewegung des Unterarms, die die Handinnenkante und so auch den damit abgestützten Rücken anhebt. Nicht selten zeigen sich dabei Einschränkungen der Kraftausdauer der Armbeuger oder der Unterarmmuskulatur oder Schwierigkeiten im Handgelenk. Um genügend Kraft ausüben zu können, sollen die Hände so tief (sprich beckenfern) wie möglich angesetzt werden
    2. Die Arme sollen etwa schulterbreit sein und bleiben. Sie befinden sich aber in weitgehender Retroversion. Beweglichkeitseinschränkungen z.B. der vorderen Anteile des Deltoideus schränken die Retroversion ein bzw. zwingen die Ellbogen nach außen. Eine Unterlage mit einer guten Reibung ist hier essentiell. Hilfreich ist auch ein Gürtel, der die Ellbogen zusammenhält. Dieser wird nach der Ellbogen um die Oberarme gelegt
    3. Vorhandene Beweglichkeitseinschränkungen der Hüftbeuger verhindern oder erschweren es, die Hüften in einen gestreckten Winkel zu bringen und setzen interessante Muskelaktivitäten in Gang: Die Muskelgruppen, die die Beine vom Kopf weg und damit die Hüften in Richtung gestreckter Winkel bewegen, sind die biartikulären Ischiocruralen, die Pomuskulatur und weitere Extensoren des Hüftgelenks. Die Ischiocruralen erzeugen, da gleichzeitig Kniebeuger, eine Beugeneigung in den Knien, die mit Kraft der Quadrizeps ausgeglichen werden muß. Der stärkste andere Extensor, der glutaeus maximus bewirkt ein Exorotationsmoment im Hüftgelenk, das mit Hilfe des adductor magnus kompensiert werden muß und gleichzeitig eine Abduktion, der sämtliche Adduktoren entgegenwirken müssen. Auf diese Weise kommen nach Maßgabe der Beweglichkeitseinschränkungen der Hüftbeuger fast alle Oberschenkelmuskeln in Aktion. Aufgrund der gestreckten Knie haben dabei weder rectus femoris noch die Ischiocruralen eine Krampfneigung. Allein die nahe der maximalen konzentrischen Kontraktion arbeitenden Glutäen und Adduktoren, sowie tendenziell die monoartikulären Quadrizepsanteile könnten eine Krampfneigung entwickeln. Benutze die Glutäen hierbei maximal in Richtung der Extension, nicht aber zur Exorotation.
    4. Die Beine sind wie in tadasana, das heißt die Fersen und die Innenfüße müssen entgegen der anatomischen Neigungen zur Inversion des Fußes nach oben gestreckt werden. Dies soll allerdings nicht so kräftig geschehen, daß die Fußheber zu krampfen beginnen.
    5. Den Rücken gerade durchzustrecken und dies auch noch in der Senkrechten, erfordert eine gute Beweglichkeit der HWS sowie die Fähigkeit, die BWS zumindest zu entkyphosieren. Beweglichkeitseinschränkungen der HWS und BWS steigern die notwendige Arbeit in der Rückenmuskulatur (i.w. dem erector spinae) je nach Beweglichkeit bis zu einem nicht zu leistenden Maß. Vielmehr sieht man in Fällen maximal durchschnittlicher Beweglichkeit oft das Szenario, daß die Beweglichkeitseinschränkungen der HWS die obere, bodennahe BWS nicht senkrecht werden lassen und von der kaudalen Seite der Wirbelsäule die Beweglichkeitseinschränkungen der Hüftbeuger wegen der nicht senkrecht stehenden Beine über die Pomuskulatur und das Becken den Rücken ebenfalls in die Krümmung ziehen, und das umso mehr, je beweglichkeitseingeschränkter die HWS ist, weil dadurch die Beine flacher zum Boden stehen und deren Schwerkraft dadurch mehr für ein Kippen des Becken in die falsche Richtung wirkt.
    6. Grundsätzlich können, im Gegensatz zum Kopfstand, Erhöhungen der Schulterpartie auch in größerem Ausmaß vorgenommen werden, falls die Beweglichkeitseinschränkungen der HWS dies erfordern. Führten größere Unterlagen unter dem Kopf zwecks vermehrter Weichheit im Kopfstand zu einer Verschlechterung der Rückmeldung über die zum Balancieren eingesetzte Kraft und zum teilweisen Verpuffen derselben, hat der Schulterstand durch seine große und unten in beiden Dimensionen ausgedehnte physikalische Stützbasis bei gleichzeitig oben sehr kompakt verteilter Körpermasse keinen nennenswerten Balancecharakter. Ratsam ist jedoch, daß nur die Schulterpartie unterstützt wird, nicht aber die Ellbogen. Diese sollen keinesfalls tiefer liegen als die Schultern. In Fällen sehr eingeschränkter Retroversionsfähigkeit der Arme können die Ellbogen ebenfalls unterstützt werden.
    7. Je eingeschränkter die Flexibilität der HWS ist, desto eher kommt ein Gefühl der Kompression der Körpervorderseite insbes. im Bereich der Kehle auf. Falls dies zu ausgeprägt wird, sollte der Schulterbereich entsprechend unterstützt werden.
    8. Wird der Schulterstand mit geschwitzter Haut ausgeführt, muß ermittelt werden, ob die nackte Haut oder die bekleidete den Händen bessere Reibung bietet. Bei trockener Haut ist die Reibung i.d.R: gut, bei feuchter Haut und feuchten Händen kann das jedoch stark nachlassen.
    9. Bei allen Bewegungen und Korrekturen ist die Befindlichkeit der HWS das Maß des Einsatzes. Auf ihren Wirbelgelenken lasten nennenswerte Momente
    10. Die Schulterblätter sind soweit als möglich in Retraktion
    11. bei sehr guter Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Hüftbeuger kann der Schulterstand mit Extension in den Hüften bei gleichzeitig gut arbeitender Pomuskulatur zur Förderung der Kraftausdauer des rectus abdominis genutzt werden
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

      Varianten

      Aufschwung beidbeinig

      Anleitung Details
      1. nimm halasana mit im Rücken abstützenden Händen ein
      2. bringe mehr und mehr Kraft in Rücken und Nacken, so daß die Füße auf dem Boden immer leichter werden
      3. erlaube dem Becken wenn nötig eine kleine Ausweichbewegung weg vom Kopf und hebe die gestreckten Beine langsam vom Boden ab
      4. hebe die Beine bis zur Senkrechten und strecke dabei in den Hüftgelenken auf 180° . Falls es notwendig gewesen sein sollte, mit dem Becken ein wenig auszuweichen, korrigiere die Position des Beckens und Oberkörpers, halte dabei die Beine in Verlängerung des Oberkörpers, also die Hüften gestreckt.
      1. der beidbeinige Aufschwung ist definitiv keine Anfänger-Variante und auch nicht geeignet für Menschen mit Schäden an der HWS. Es wird Kraft der Nackenmuskulatur benötigt, um den nicht gerade kleinen Hebel der Beine aufzufangen.
      2. Voraussetzung für diese Variante ist, daß es möglich ist, das Gewicht der Füße auf dem Boden ohne Krümmen des Rückens auf Null zu reduzieren. Einzig ein kleines (!) Ausweichen des Beckens (bei gestrecktem Oberkörper) vom Kopf weg ist zulässig, welches aber korrigiert wird, sobald die Beine die Senkrechte erreicht haben. Je kräftiger und belastbarer die Nackenmuskeln sind, desto weniger muß das Becken ausweichen.
      3. der Aufschwung soll langsam und nur aus Kraft erfolgen, völlig ohne Schwung.
      4. Natürlich ist eine gute Dehnfähigkeit der Ischiocruralen Voraussetzung für diese Variante, genau wie für die Ausgangshaltung halasana
      5. Die Kraft zum Anheben der Beine kommt aus der Pomuskulatur und den Ischiocruralen.
      6. Der Rücken kann, falls erforderlich, mit den Händen abgestützt werden
      7. Bei unzureichender Beweglichkeit der Ischiocruralen, wenn also halasana nicht mit gestrecktem Rücken, gestreckten Beinen und Zehenspitzen auf dem Boden eingenommen werden kann, können die Zehen auf eine Erhöhung gesetzt werden, damit es möglich wird, den Rücken zu strecken und beim Anheben der Beine gestreckt zu halten.
      8. die Unmöglichkeit, bei gestreckten Knien und gestrecktem Rücken die Füße für halasana aufzusetzen, zeigt eine Beweglichkeitseinschränkung der Ischiocruralen; die Unmöglichkeit, die Beine bei gestrecktem und senkrechtem Rücken anzuheben, zeigt zumeist einen Mangel an Kraft in Rücken und Nacken, seltener in den Hüftextensoren
       
      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
         

           

        Aufschwung einbeinig

        Anleitung Details
        1. nimm halasana ein
        2. lasse den Rücken etwa nach hinten ausweichen und stütze ihn mit den Händen ab
        3. bringe ein Bein aus der halasana in die Senkrechte, möglichst ohne den Oberkörper deutlich vom Kopf weg zu bewegen
        4. lasse das zweite Bein dem ersten folgen
        1. diese Variante ist ungleich leichter als der beidbeinige Aufschwung. Zwar wird genauso viel Beweglichkeit der Ischiocruralen benötigt, wenn sie aus der halasana eingenommen werden soll, beim jeweiligen Anheben eines Beines wird jedoch kaum Kraft im Rücken benötigt. Auch die Kraftanforderung an die Nackenmuskulatur ist ungleich geringer, so daß dieser Aufschwung auch mit schwachem Nacken ausgeführt werden kann.
        2. dem Becken muß ein wenig Raum gegeben werden, um nach hinten auszuweichen, damit der Schwerpunkt nach Anheben des Beins günstiger ist und die HWS nicht so viel Gewicht abstützen muß. Nachdem die Beine angehoben sind, muß das Becken wieder senkrecht über die Schultern gebracht werden
         
        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
           

             

          mit baddha konasana Beinhaltung

          Anleitung Details
          1. nimm den Schulterstand wie oben beschrieben ein- oder zweibeinig ein
          2. Halte das Becken in Position und bringe beide Beine gleichzeitig in baddha konasana
          1. diese Variante entspricht den entsprechenden Varianten von Handstand und Kopfstand, siehe auch Anleitung und Deteils dort
          2. da kein Boden vorhanden ist, der den Füßen Widerstand böte und gegen den die Knie bewegt werden können, sowie und keine Hände zur Verfügung stehen, um das auszuführen, muß die Pomuskulatur die Knie aus dem Gesichtsfeld herausziehen. Dies kann nach längerer Ausführung in einzelnen Fällen zur Verkrampfung der Pomuskulatur führen
           
          Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
             

               

            eka pada

            Anleitung Details
            1. nimm den Schulterstand ein
            2. bewege ein Bein vorsichtig aus der Haltung heraus und stütze mit dem Nacken entsprechend ab, je weiter das Bein herab gelassen wird, desto mehr
            1. diese Variante entspricht der entsprechenden Variante des Kopfstands, siehe auch Anleitung und Deteils dort
            2. in dieser Variante wie auch in der entsprechenden Variante des Kopfstands bewirkt das Herablassen des Beins eine Veränderung des Schwerpunkts, so daß korrigierend das Becken vom Kopf weg, also aus dem Gesichtsfeld heraus bewegt werden muß. Wenn die Haltung vollständig eingenommen worden ist, muß vorsichtig geprüft werden, wie weit das Becken ggf. wieder in Richtung Gesichtsfeld bewegt werden kann ohne den Nacken zu überfordern
            3. auch hier bewirkt das herabgelassene Bein eine Neigung des Beckens aus der Senkrechten herauszukippen, was eine entsprechende Neigung des Rückens zur Flexion zur Folge hat. Im Gegensatz zum Kopfstand ist die Flexionsneigung des Rückens im Schulterstand aber wesentlich größer, so daß diese Variante den notwendigen Krafteinsatz im Rücken deutlich steigert und daher als gute Kräftigung der autuchthonen Rückenmuskulatur dienen kann, Dies gelingt umso besser, wenn das Becken nicht zu weit vom Kopf weg bewegt wird, so daß die Beweglichkeitseinschränkungen der HWS oder oberen BWS sich noch auf die Streckung des Rückens auswirken
             
            Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
               

                 

              padmasana

              Anleitung Details
              1. nimm sarvangasana wie oben beschrieben ein
              2. bringe die Beine nacheinander in die Lotushaltung, wie in der entsprechenden Handstand-Variante beschrieben
              1. diese Variante entspricht der entsprechenden Variante des Kopfstands, siehe auch Anleitung und Deteils dort
               
              Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                 

                   

                parsva

                Anleitung Details
                1. nimm den Schulterstand wie oben beschrieben ein
                2. lasse das Becken und den Oberkörper ein wenig vom Kopf weg in Richtung Boden sinken
                3. stütze das Becken ab und bewege die Beine nach seitlich-unten bis die Schulterlinie zu leicht zu werden droht
                1. diese Variante gehört zu den fortgeschrittenen Varianten des Schulterstands. Sie funktioniert nur dadurch, daß ein nennenswerter Teil des Körpergewichts über die Arme abgestützt wird, vor allem auf der Seite, zu der die Beine bewegt werden. Der Körperschwerpunkt wandert dabei ganz nah an die Ellbogen und diese tragen sehr viel Gewicht. Wenn die damit verbundene Druckempfindung unangenehm werden sollte, muß ggf. eine entsprechende Unterlage verwendet werden. Werden die Beine zu weit abgesenkt, wandert der Schwerpuknt auf die Ellbogen und darüber hinaus. Zuerst wird dann die Schulterlinie abheben, kurz darauf würde auch der Kopf vom Boden abheben und noch ein minimal weiter würden die Beine haltlos zum Boden sinken.
                2. achte auf die Handgelenke, setze die Handgelenke keiner unangemessenen Last aus. So weit möglich, soll die Unterarmmuskulatur das Gewicht tragen.
                3. Das Becken neigt dazu, durch die Schwerkraft der Beine in die Extension kippen. Mit Arbeit des rectus abdominis kann das verhindert werden, was in diesem Muskel eine intnesive Arbeit verursacht, die ggf. mit Zittern verbunden ist.
                 
                Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                   

                     

                  parsva_eka_pada

                  Anleitung Details
                  1. nimm die oben beschriebene eka pada Variante des Schulterstands ein
                  2. lasse das Becken und den Oberkörper ein wenig vom Kopf weg in Richtung Boden sinken
                  3. stütze das Becken im Kreuzbeinbereich ab, bewege den Oberkörper mit dem Becken und dem zuvor senkrechten Bein nach seitlich-unten soweit möglich
                  1. diese Variante ist ungleich leichter als die beidbeinige parsva sarvangasana, da der Schwerpunkt sich nicht so weit von der Schulterlinie entfernt.
                  2. je beweglicher die ischiocrurale Gruppe, desto günstiger wirkt die Schwerkraft des zur Brust bewegten Beins, wenn das andere aus dem Gesichtsfeld heraus abgesenkt wird, d.h. der Schwerpuknt bleibt günstiger und der Druck auf den Ellbogen ist geringer
                  3. halte beide Beine gestreckt. Im zur Brust bewegenden Bein entsteht aus der ischiocruralen Gruppe eine Beugeneigung, im anderen Bein durch die Schwerkraftwirkung des Oberkörpers
                   
                  Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                     

                       

                    rechtwinklig

                    Anleitung Details
                    1. nimm den Schulterstand wie oben beschrieben ein
                    2. beuge in den Hüften und bewege die Beine in Richtung der Waagerechten. Lasse das Becken dabei so weit wie nötig nach hinten (aus dem Gesichtsfeld heraus) ausweichen
                    1. der rechtwinklige Schulterstand weist eine deutliche Ähnlichkeit zur halasana auf (siehe auch Details dort), ist aber weniger schwierig, da Beweglichkeitseinschränkungen der ischiocruralen Gruppe hier deutlich weniger einschränken. Während in der halasana das Becken so weit kippen muß, daß zumindest die Zehenspitzen, besser aber deren Unterseiten bei dorsalflektierten Zehengrundgelenken auf dem Boden stehen, was bei senkrechtem Oberkörper einem Winkel von deutlich über 90° in den Hüften entspricht, reichen hier 90° Flexion in den Hüften aus.
                    2. wie bereits bei der halasana beschrieben, aber dort deutlich intensiver, zwingen vorhandene Beweglichkeitseinschränkungen der ischiocruralen Gruppe und der HWS/oberen BWS den Rücken in die Rundung, so daß ein gestreckter Rücken oft erst bei deutlich über die Waagerechte angehobenen Beinen erreicht werden kann.
                    3. die waagerechten Beine erzeugen mit Masse und Hebelarm ein großes Kippmoment, welches auf das Becken wirkt und den Rücken in die Krümmung drückt. Dieses zwingt einerseits wie oben beschrieben zu intensiver Arbeit der Rückenmuskulatur, andererseits muß der im Schulterbereich entstehende Kipphebel von der Muskulatur der HWS aufgefangen werden. Dies sollte nur einer gesunden HWS zugemutet werden. Wird die Arbeit der Muskulatur der HWS zu intensiv, kann das Becken ein wenig vom Kopf weg bewegt werden, was auf doppelte Weise Erleichterung verschafft: der Rücken gerät dabei aus der Senkrechten und die notwendige Beugung der HWS/oberen BWS wird geringer, andererseits verschiebt sich der Schwerpunkt weiter in Richtung unter die Schulterlinie, was die Muskulatur der HWS ebenfalls entlastet.
                    4. natürlich erzeugen auch hier wieder Beweglichkeitseinschränkungen der ischiocruralen Gruppe eine Beugeneigung in den Knien, strecke mit den Quadrizeps die Knie durch. Die bei gebeugten Hüften und gestreckten Knien grundsätzlich vorhandene Krampfneigung des rectus femoris ist hier geringer, da sowohl die Beugung in den Hüften als auch die Streckung in den Knien von der Schwerkraft unterstützt werden.
                    5. in der Haltung kann vorsichtig versucht werden, das Becken wieder weiter ins Gesichtsfeld zu schieben. Das muß langsam und sorgfältig geschehen, weil jeder Millimeter zusätzliche Last auf der HWS bringt !
                     
                    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                       

                         

                      hanumanasana

                      Anleitung Details
                      1. nimm den Schulterstand wie oben beschrieben ein
                      2. bewege gleichzeitig ein Bein geradlinig aus Gesichtsfeld heraus und das andere geradlinig weiter ins Gesichtsfeld
                      3. wenn beide Beine die Waagerechte erreicht haben, ist hanumanasana im Schulterstand erreicht
                      1. da die Extensionsfähigkeit in den Hüften weit geringer ausgeprägt ist, ist die Anforderung daran deutlich höher. Streng genommen müßte eine Extension von 90° in der Hüfte des aus dem Gesichtsfeld heraus bewegten Beins erreicht werden, was als anatomisch nicht möglich gilt. Das bedeutet, daß das Becken nach hinten, also in die Hyperlorsodierung der LWS kippen muß, was zu deutlichen Mißempfindungen dort führen kann. Auf diese Weise kann der Fehlwinkel gegenüber 90° durch ein Mehr an Flexion in der anderen Hüfte aufgewogen werden, so daß beide Beine im 180°-Winkel erscheinen
                      2. in beiden Beinen kann eine Rotationsneigung auftreten, die es zu verhindern gilt.
                      3. aufgrund des Zugs der ischiocruralen Gruppe entsteht eine Beugeneigung im Knie des vorderen Beins, mildernd wirkt sich hier allerdings die Schwerkraft des Unterschenkels aus. Dafür wirkt die Schwerkraft im hinteren Bein einer Streckung entgegen, so daß mit dem Quadrizeps das Knie gestreckt werden muß, möglichst ohne daß die Spannung des rectus femoris dabei das Becken aus der Extension zieht.
                      4. werden beide Beine gleichmäßig bewegt, verändert sich der Schwerpunkt im wesentlichen nicht, so daß diese Variante sehr stabil ist.
                       
                      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                         

                           

                        samakonasana

                        Anleitung Details
                        1. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein
                        2. drehe beide Beine aus den Hüften b.a.w. maximal aus
                        3. bewege beide Beine seitlich zum Boden, wenn möglich bis zur Waagerechten
                        4. ziehe nochmals beide Beine nach hinten, also aus dem Gesichtsfeld heraus
                        1. samakonasana in sarvangasana ist in mindestens gleichem Maße wie hanumanasana in sarvangasana eine recht stabile Variante. Allerdings wird mit zunehmend eingeschränkter Beweglichkeit der Adduktoren der Winkel zwischen den Beinen immer kleiner und damit der Schwerpunkt weiter ins Gesichtsfeld verlagert, so daß der Nacken immer mehr stützen muß bzw. um dieser Notwendigkeit zu entgehen das Becken ein wenig aus dem Gesichtsfeld heraus verlagert werden muß. Je weiter die Beine noch halbwegs vorn statt exakt seitlich stehen, desto größer wird auch die Neigung des Becken zu kippen und die Neigung des Rückens zu krümmen sein. Korrigiere dann beides !
                         
                        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                           

                             

                          mit Gürtel

                          Anleitung Details
                          1. messe einen Gürtel auf Schulterbreite ab
                          2. führe sitzend die Arme hinter den Rücken und bringe den Gürtel an den Oberarmen nahe der Ellbogen an
                          3. lege den Rücken ab, rolle in karnapidasana
                          4. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein
                          1. die Unterarme sollen etwa parallel auf dem Boden liegen. Je nach Beweglichkeit bewirkt aber im Schulterstand u.a. der Zug des Deltoideus eine mehr oder weniger deutliche laterale Abduktion der Oberarme, die die Ellbogen nach außen schiebt. Der Gürtel sollte möglichst nahe an den Ellbogen angebracht werden, da dort der Hebelarm am günstigsten ist und damit sowohl die beste Wirkung erzielt als auch der geringste Druck auf die Arme ausgeübt wird. Zudem stört der Gürtel an den Oberarmen nicht die Arbeit der Unterarme, die sowohl mit Supination als auch mit ständigem Nachgreifen der Hände versuchen, den Rücken in Richtung Kopf zu drücken. Würden, wie es oft ohne Benutzung des Gürtels zu sehen ist, die Ellbogen deutlich nach seitwärts ausweichen, verlieren die Hände immer weiter an Höhe, was den Hebelarm beim Aufrichten des Rückens gegenüber dem Schulterbereich verschlechtert
                          2. beim Ablegen des Rückens auf dem Gürtel werden dadurch die Arme und Ellbogen etwas zueinander hin gezogen und liegen damit halbwegs unter dem Oberkörper. In der Praxis stellt das meistens kein Problem dar
                           
                          Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                             

                               

                            mit Klotz zwischen den Beinen

                            Anleitung Details
                            1. halte einen Klotz zwischen den Oberschenkeln und nimm karnapidasana ein
                            2. gehe wie oben beschrieben in den Schulterstand
                            3. wirke mit der Endorotation der Oberschenkel deren Neigung zur Exorotation entgegen, wobei die resultierende Bewegung des Klotz als zusätzliche Kontrolle dient
                            1. natürlich kann auch an der Stellung der Knie und Füße die Rotation der Oberschenkel ersehen werden. Bei den Füßen gibt es eine kleine Abweichung durch die Schlußrotation der Knie, so daß bei geraden Fußmittellinien und gestreckten Knien letztere ein wenig mehr zur Körpermitte zeigen als genau nach vorn. Die Füße eignen sich als Referenz auch nur dann, wenn die Fußgelenke wie in Anatomisch Null stehen, also insbesondere ohne jede Inversion, zu der sie neigen. Der Klotz macht nun durch seine Bewegung klar, ob bzw. daß eine Rotationsaktion stattfindet. Die richtige, der natürlichen Ausweichbewegung entgegengesetzte ist die, bei der der Klotz aus dem Gesichtsfeld herausbewegt.
                             
                            Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können