hanumanasana
"Vorwärtsspagat"

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letzte Änderung: 4.8.2017
Name: hanumanasana
Trivialname: Vorwärtsspagat
Niveau: FA
Klassifizierung .
klassisch: Haltung im Sitzen
psychomental: . ___
physiologisch: . Dehnung ischiocrurale Gruppe und Hüftbeuger
Wirkungen:
Vorbereitung:
  • Hanumanasana ist eine besonderes anfordernde Haltunge, in der es um die Beweglichkeit der ischiocruralen Gruppe und gleichzeitig auch der Hüftbeuger geht. Die Ischiocruralen bereite sorgfältig vor mit:
    1. uttanasana als allgemein effektive und effiziente Dehnung der ischiocruralen Gruppe für Vorbereitung der Flexion in den Hüften in dieser Haltung
    2. prasarita padottanasana sehr ähnlich wie uttansana
    3. parsvottanasana als über die uttanasana hinausgehende Dehnung
    4. pascimottanasana
    5. janu sirsasana
    6. tryangamukhaikapada pascimottanasana
    7. Hund Kopf nach unten als ebenfalls gute Vorbereitung der Ischiocruralen, wenn das Becken kraftvoll gekipppt wird
    8. Hüftöffnung 5 als sehr wirksame, über die uttanasana hinausgehende Dehnung der Ischiocruralen
    9. Kriegerstellung 3
    10. trikonasana
    11. Variante "stehend gegen die Wand" der trikonasana also eine gestützte seitliche hasta padangusthasana
    12. parivrtta trikonasana
  • Für den in der Beinrückseite liegenden Biceps femoris können gesondert geübt werden:
    1. Hüftöffnung am Mattenrand mit größeren Winkeln in den Knien als üblich
    2. Hüftöffnung 3 mit einem größeren Winkel im vorderen Knie
  • sollten die monoartikulären Extensoren des Hüftgelenks (andere als die ischiocruralen Gruppe) wie z.B. die Pomuskulatur noch Einschränkungen setzen, bereite vor mit :
    1. halber Lotus Vorwärtsbeuge
    2. Hüftöffnung am Mattenrand
    3. Hüftöffnung 3
    4. parivrtta trikonasana
    5. parivrtta ardha chandrasana
    6. maricyasana 1
    7. maricyasana 3
    8. malasana insbesondere die Vorwärtsbeuge
  • die Anforderung an die Hüftbeuger ist hier besonders hoch. Ein übermäßiges Hohlkreuz im aufrechten Stehen weist auf verkürzte Hüftbeuger hin. Die Anforderungne gehen aber hier weit über die Fähigkeit hinaus, im aufrechten Stehen das Becken aufzurichten. Die im Becken liegenden Hüftbeuger sind hier weitaus wichtiger als der biartikuläre rectus femoris, da das Knie nicht nennenswert gestreckt ist. Zu den allgemeinen Risiken des Hohlkreuzes siehe die FAQ:
    1. Hüftöffnung 1
    2. Hüftöffnung 2
    3. Kriegerstellung 1
    Bei gegebener Rückengesundheit - also wenn keine Schäden an der Wirbelsäule und den Bandscheiben gegeben sind - kommen dazu:
    1. Hund Kopf nach oben
    2. urdhva dhanurasana (Brücke)
    3. ustrasana (Kamel)
    sowie etliche weitere Rückbeugen mit Hüftextension
  • Auch wenn die Dehnfähigkeit des rectus femoris nachrangig sein dürfte, kann auch deiser vorzubereitet werden:
    1. ardha supta kroncasana
    2. supta kroncasana
    3. supta virasana
    4. Quadrizepsdehnung 1 an der Wand
    5. Quadrizepsdehnung 2 an der Wand
  • Die Fußgelenkstreckung kann krampfreduzierend vorbereitet werden mit:
    1. baddha padasana als vermutlich präziseste Übung zur plantaren Flexion im Fußgelenk
    2. virasana virasana leistet das ähnlich, wenn auf die Streckung des Fußgelenks geachtet wird
    3. supta virasana leistet das auch, wenn auf die Streckung des Fußgelenks geachtet wird, hat aber andere, größere Herausforderungen und geringere Wirkung auf das Fußgelenk
  • Nachbereitung:
    ähnliche asanas:
  • In Form und Wirkung:
    1. Hüftöffnung 1
    2. Hüftöffnung 2
    3. Hund Kopf nach unten rückwärts gegen die Wand mit einem gehobenen Bein
    4. "ekapada prasarita"-Variante der uttanasana also uttanasana mit einem gehobenen Bein
  • Diagnostik (Nr.):
  • (711) die Unfähigkeit den Oberkörper vom vorderen Bein zu lösen, weil das Becken nicht aufrichten kann, weist auf eine Verkürzung der im BEcken liegenden Hüftbeuger hin. Zu den Risiken des unter dieser Bedingung meist auftretenden Hohlkreuzes siehe die FAQ
  • (650) Kyphose und Lordosen der Wirbelsäule: die Abweichungen von der physiologischen Doppel-S-Form der menschlichen Wirbelsäule werden in dieser Haltung sichtbar. In der HWS sollte ein gewisses Maß an Lordose (von vorn konvexe Wirbelsäule) und in der BWS ein gewisses Maß an Kyphose (von hinten konvexe Wirbelsäule) vorhanden sein, was allerdings in dieser Haltung verschwinden darf und soll, wenn der Rücken aktiv gestreckt wird. Bleibt die BWS-Kyphose trotz Versuch den Rücken zu strecken, liegt vermutlich eine Hyperkyphosierung vor. Siehe dazu die FAQ
  • (651) ungleiche Schulterhöhe/Skoliosen der Wirbelsäule: die als Skoliose bezeichneten seitlichen Abweichungen der Wirbelsäule aus der Sagittalebene werden ebenfalls in dieser Haltung recht gut sichtbar. Siehe dazu die FAQ
  • (721) (724) ischiocrurale Gruppe: die ischiocrurale Gruppe steht hier unter deutlicher dehnender Last in einer Hüfte, daher lassen sich ggf. verschiedene Störungen auffinden:
    1. Verkürzungen der ischiocruralen Muskulatur machen das Einnehmen der Haltung unmöglich, siehe FAQ
    2. Beschädigungen der ischiocruralen Muskulatur, die Schmerz oder funktionale Einschränkungen mit sich bringen, lassen sich hier ebenfalls gut, von einfacher Verspannung über Zerrung bis zum Muskel(An-/Teilab-/Ab-)riss. Abrisse würden zu einer Kraftminderung beim zügigen Verlassen der Haltung führen
    3. Reizungen des n. ischiadicus: gerade in Vorwärtsbeugen können Reizzustände des n. ischiadicus, der Bein und Fuß innerviert, symptomatisch werden, auch wenn sie sonst eher ruhig sind. Siehe dazu die FAQ
    4. Reizungen des Ansatzes der ischiocruralen Gruppe am tuber ischiadicum (Sitzbeinhöcker) werden in dieser Haltung deutlich zu Tage treten und bedürfen der Schonung vor intensiver Dehnung, wie sie diese Haltung fordert, siehe die FAQ.
    5. Bakerzysten erzeugen ein Spannungs- oder Fremdkörpergefühl, siehe FAQ
  • (704) Hüftgelenk: Beide Hüftgelenke sind in Extrempositionen: das eine in scharfer Flexion, das andere in scharfer Extension, zudem erzeugen die Grenzen der Beweglichkeit abduzierende und rotierende Momente in den Hüften; das löst möglicherweise Schmerzen bei bestehenden Hüftschäden aus
    1. Arthrotische Veränderung (degenerativ mit Knorpelschwund) des Gelenks
    2. Arthritiden (Gelenksentzündungen) verschiedener Art
    3. Morbus Perthes. obwohl die Exorotation und Abduktion fehlt
    4. Dyslokation / Subluxation, die ein deutlich erhöhtes Spannungsempfinden in verschiedenen das Hüftgelenk überziehenden Muskeln verursachen würde
    5. erlittene Gelenktraumata, die ggf. auch noch nach vielen Wochen oder Monaten Schmerzen im Gelenk verursachen
  • (644) LWS: in dieser Haltung können Probleme der LWS oder ihrer Muskulatur verschiedener Art offenbar werden, siehe auch die FAQ
  • (921) Fußgelenk: Streckdefizit in plantarer Flexion: in dieser Haltung kann ein Streckdefizit im Fußgelenk erkannt werden.
  • (913) Krampf in der Muskulatur der Fußsohle oder der Wade: in dieser Haltung wird das vordere Fußgelenk gestreckt und die Fußsohle gestaucht, Krämpfe in der Fußsohle können auf vorangegangene (auch chronische) Über- oder Fehlbelastungen und Verkürzungen der Muskulatur hinweisen. Eine unter hohem Tonus stehende Wadenmuskulatur kann zu Krämpfen neigen
  • Varianten:
    auf einem Klotz
    mit Händen abgestützt

    Anleitung Details
    1. nimm die erste Hüftöffnung ein, rechtes Bein vorn
    2. gib die Bewegung auf, den Körper aus Kraft des rechten (vorderen) Beins nach hinten zu drücken, drehe den linken Fuß um, schiebe mit Strecken des vorderen Knies die vordere Ferse langsam nach vorn, so daß das rechte Bein langsam weiter strecken kann
    3. ohne im hinteren Bein zu beugen oder das Becken seitlich auszuweichen zu lassen, schiebe die vordere Ferse immer weiter nach vorn, bis beide Beine gestreckt auf dem Boden liegen
    1. selbstverständlich handelt es sich bei hanumanasana um eine sehr intensive Haltung, die sehr große Flexibilität sowohl in der ischiocruralen Gruppe des vorderen Beins als auch vor allem in der Hüftbeugermuskulatur und nachrangig dem m. rectus femoris des hinteren Beins voraussetzt. Das Fehlen einer dieser beiden Voraussetzungen macht hanumanasana definitiv unmöglich oder erzwingt ein deutliches seitliches Drehen des Beckens weg vom vorderen Bein, was wegen der starken und asymmetrischen Belastungen z.B. auf die ISG vermieden werden sollte.
    2. normalerweise gerät das Becken wegen der Beweglichkeitseinschränkungen in den Hüftbeugern des hinteren Beins und der Beweglichkeitseinschränkungen der Ischiocruralen des vorderen Beins in deutliche Drehung in der Ebene gegenüber den beiden Beinen. Diese stellt eine beidseitige Abduktion dar, was für beide genannten Muskelgruppen (Hüftbeuger und Ischiocrurale) eine der wichtigen Ausweichbewegungen ist
    3. natürlich kann in den meisten Fällen das Becken nicht bis zur Senkrechten aufrichten, was von vielen Anatomen auch als nicht erreichbar angesehen wird, da die Hüftextension 90° nach ihrer Meinung nicht erreichen kann. Wo aber auch immer das Becken steht - außer es würde die 90° mit Leichtigkeit überschreiten - es wird eine deutliche Hohlkreuzneigung geben, so daß möglicherweise der Oberkörper zur Vermeidung eines übermäßigen Hohlkreuzes besser nicht in die Senkrechte gebracht wird. Aber auch ein nach vorn geneigter Oberkörper wird eine deutliche Anforderung an die Muskulatur des unteren Rückens darstellen. Ist diese zu intensiv, sollte besser eine mit den Händen abgestützte Variante geübt werden, ggf. nach Verlassen der Haltung Übungen, die den Tonus der Muskulatur in der LWS reduzieren
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

      Varianten

      auf einem Klotz

      Anleitung Details
      1. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein, setze aber das Becken auf einen Klotz oder einen anderen geeigneten Gegenstand
      1. Diese Variante gibt, richtig angewendet, eine gewisse Sicherheit vor Zerrungen, wenn der Support hoch genug ist. Durch die reduzierte Intensität kann die Haltung meist wesentlich länger gehalten werden, was der Muskulatur mehr Zeit zur Dehnung gibt.
      2. Die reduzierte Dehnungsanforderung läßt das Becken weniger gegenüber den Beinen drehen und erleichtert die Aufrichtung
       
      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
         

           

        mit Händen abgestützt

        Anleitung Details
        1. nimm die Haltung wie oben beschrieben ein, stütze aber mit den Händen beidseitig auf dem Boden ab, wenn nötig auch auf mehr als einem Klotz
        1. die Arme werden hier für die Dauer der Haltung gefordert, einen Teil des Körpergewichts zu halten. Dies umso mehr, als die Schulterblätter in Depression sein sollten, also der Oberkörper zwischen den Armen angehoben wird, was mehr Krafteinsatz des Trizeps zur Stabilisierung des Ellbogengelenks erfordert. Dies kann eine deutliche Anstrengung oder auch Krampfneigung im Trizeps verursachen, da der mittlere Kopf des Trizeps nicht weit von seriner aktiven Insuffizienz arbeitet und eine frontale Abduktion in den Schultern, die ihn entlasten würde, wegen der damit verbundenen vermehrten Hohlkreuzneigung meist nicht erfolgen kann.
         
        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können