purvottanasana
"__"

Feedback Wir freuen uns zu hören, was Sie über diese Beschreibung denken, geben Sie uns Feedback unter: postmeister@yogabuch.de
letzte Änderung: 30.12.2018
Name: purvottanasana
Trivialname: __
Niveau: A
Klassifizierung .
klassisch: Haltung
psychomental: . __
physiologisch: . __
Kontraindikation: .
Wirkungen:
Vorbereitung:
Nachbereitung:
ähnliche asanas:
Diagnostik (Nr.):
Varianten:
1a: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend
1b: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend
1a eka pada: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend, ein Bein angehoben
1b eka pada: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend, ein Bein angehoben
2a: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend
2b: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend
2a eka pada: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend, ein Bein angehoben
2b eka pada: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend, ein Bein angehoben
3: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt)
3 eka pada: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt), ein Bein angehoben
4: Beine gestreckt, Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt)
4 eka pada: Beine gestreckt, Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt), ein Bein angehoben

Anleitung Details
  1. da es von der purvottanasana etliche sinnvolle Varianten gibt, beschreibe ich sie im Folgenden systematisch. Die Varianten unterscheiden sich hauptsächlich in drei Parametern:
    1. Beine gebeugt oder gestreckt, also Füße oder nur Fersen aufgesetzt
    2. Arme gebeugt oder gestreckt, also nur Hände (nach vorn oder hinten weisend) oder ganze Unterarme aufgesetzt
    3. beide Beine am Boden oder ein Bein gestreckt angehoben
    wenn man die Drehung der Hände vernachlässigt ergeben sich daraus 2 hoch 3, also 8 Varianten, weshalb diese Varianten auch als "8 Schätze" bekannt geworden sind:
    1. Füße aufgesetzt bei gebeugten Beinen, Hände aufgesetzt
    2. Füße aufgesetzt bei gebeugten Beinen, Hände aufgesetzt, ein Bein angehoben
    3. Füße aufgesetzt bei gebeugten Beinen, Unterarme aufgesetzt
    4. Füße aufgesetzt bei gebeugten Beinen, Unterarme aufgesetzt, ein Bein angehoben
    5. Fersen aufgesetzt bei getreckten Beinen, Hände aufgesetzt
    6. Fersen aufgesetzt bei getreckten Beinen, Hände aufgesetzt, ein Bein angehoben
    7. Fersen aufgesetzt bei getreckten Beinen, Unterarme aufgesetzt
    8. Fersen aufgesetzt bei getreckten Beinen, Unterarme aufgesetzt, ein Bein angehoben
    Will man sie alle hintereinander üben, ist es sinnvoll, mit den Varianten mit gebeugten Beinen anzufangen und die schwereren mit gestreckten Beinen danach zu üben. Die Varianten mit gebeugten Armen und aufgesetzten Ellbogen sind schwieriger, weil sie mehr Beweglichkeit im Schulter erfordern.
  2. In allen Varianten, ob mit gestreckten oder gebeugten Armen sind die Schulterblätter weitgehend retrahiert, der Oberkörper "versinkt" also nicht zwischen den Armen
 
Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
     

    Varianten

    1a: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend

    Anleitung Details
    1. sitze in dandasana
    2. stelle die Füße parallel und hüftbreit nahe des Beckens auf, stelle die Hände bei gestreckten Armen schulterbreit und bzgl. der Streckersehnen der Mittelfinger auf dem Handrücken parallel nach vorn zeigend hinter dir auf
    3. hebe das Becken maximal an und nutze dabei die Kraft der Posmukulatur für eine maximale Extension in den Hüftgelenken
    4. passe ggf. den Abstand der Füße zu den Händen so an, daß die Unterschenkel und Arme senkrecht sind
    5. lasse den Kopf maximal in die Reklination sinken, hebe Oberkörper und Becken nochmals maximal an
    1. die Haltung des Kopfes hat natürlich Einfluß darauf, wie sehr der Oberkörper angehoben werden kann. Dem Prinzip einer Wippe folgend wird es der angehobene Kopf erschweren, den Oberkörper anzuheben und der sinken gelassene erleichtern. Entsprechende Einschränkungen der Beweglichkeit in Nacken und Kehlbereich verstärken diesen Effekt noch. Wenn kein Geschehen im Nacken vorliegt, soll der Kopf passiv durch sein Eigengewicht maximal zum Boden sinken. Es ist ein Vorzug dieser Haltungen, daß für die Reklination des Kopfes keine Muskelkraft aufgewendet werden muß, sondern die Schwerkraft dies allein aufgrund der etwa waagerechten BWS hervorragend bewirken kann. Im Vergleich dazu muß je nach Beweglichkeit etwa in einer Hundestellung Kopf nach oben viel mehr Muskelkraft aufgewendet werden, um den Kopf in die Reklination zu bekommen, was zu entsprechenden Verkrampfungen führen kann und weitaus weniger Dehnungswirkung auf den Kehlbereich mit sich bringt. Die Gelegenheit, die die purvottanasana dazu bietet, sollte falls möglich genutzt werden.
    2. die Beweglichkeit der Schultern in Richtung Reklination sind einer der beiden wichtigsten einschränkenden Faktoren (der andere ist die Extensionsfähigkeit der Hüftgelenke) in dieser Haltung. In kaum einer anderen Haltungen sind die Arme so weit in Reklination. Idealerweise sind die Arme senkrecht und der Oberkörper in der Waagerechten oder im Beckenbereich über diese hinaus angehoben, also die Hüftgelenke höher als die Schultern, was mindestens 90° Reklination entspricht. In der Praxis schränken allerdings die Beweglichkeiten der vorderen Deltoideen (v.a. pars clavicularis), des Pectoralis und auch des Bizeps den Winkel zwischen den Armen und Oberkörper deutlich ein. Der in beiden Köpfen biartikuläreBizeps ist wegen seiner Funktion als Beuger des Ellbogengelenks und frontale Adduktor hier in beiden Gelenken in genau der gegenteiligen Position und wird damit maximal gedehnt. Meist wird er weniger in den beiden Ursprüngen als kurz vor seinem Ansatzbereich am Radius gespürt. Zur Dehnung des Bizeps gibt es kaum eine bessere Haltung, wobei die Drehung der Hand und damit des Unterarms hier eine Rolle spielt: die nach hinten weisenden Hände erlauben eienn größere Exorotation des Oberarms als die nach vorn weisenden, das wiederum wirkt sich auf die Dehnung des vorderen Teils des Deltoideus und auf den Bizeps aus. Im Falle der eingelenkigen Muskeln wie Pectotalis und Deltoideus ist die Dehnungswirkung dieser Haltung evivent, da sie die gegenteiligen Bewegungen ausführen. Auch für den pars clavicualris des Deltoideus ist diese Haltung optimal. Natürlich spielt die Position der Hand eine Rolle, zeigt sie nach vorn in Richtung der Füße, ist der Unterarm in (fast maximaler) Pronation, zeigt sie nach hinten in (ebenfalls fast maximaler) Supination. Die Supination des Unterarms erleichtert die Exorotation des Oberarms, die Pronation unterdrückt sie ein klein wenig. Dementsprechend unterscheiden sich die beiden Varianten in der Wirkung auf die Schultermuskulatur. Ein weiterer Unterschied entsteht im Bizeps, da dieser am Radius ansetzt und über einen weiteren Winkelbereich als Supinator dient. Mit dem Unterarm in Pronation, also der Hand nach vorn weisend, wird die Dehnungswirkung also größer.
    3. die andere wichtige Einschränkung ist die Beweglichkeit der Hüftbeuger, die die Extension in den Hüftgelenken begrenzen bzw. eine verbleibende Flexion erzwingen. Natürlich muß darauf geachtet werden, mit aller Kraft der Extensoren des Hüftgelenks das Becken in die Extension zu drücken, allein für das Wohlbefinden der LWS-Region. Anders als in vielen Rückbeugen sind aber hier die Kniegelenke mit 90° recht weit gebeugt und ziehen das Becken gegen ein Teilkörpergewicht nach oben in die Extension, woraus eine gewisse Krampfneigung in den biartikulärenIschiocruralen Gruppe resultiert, die einige in dieser Haltung recht deutlich spüren. Die Ischiocrurale Gruppe ist dabei nicht mehr weit von ihrer minimalen Sarkomerlänge und damit aktiver Insuffizienz entfernt. Tritt die Krampfneigung auf, kann ein größerer Abstand der Füße zu den Händen (und damit ein größerer Winkel in den Kniegelenken) sowie eine Fokussierung auf die Arbeit der Quadrizeps helfen, durch Strecken in den Kniegelenken das Becken weiter nach oben zu drücken. In der Variante mit beiden Kniegelenken gebeugt und Füßen am Boden ist die Krampfneigung meist noch moderat, tritt aber hin und wieder auf; wird ein Bein angehoben, verstärkt sie sich deutlich , weil die notwendige Arbeit der Ischiocruralen Gruppe deutlich steigt. In den Varianten mit gestrecktem Bein am Boden ist sie sehr deutlich herabgesetzt, weil die Ischiocrurale Gruppe im Kniegelenk gestreckt ist. immerhin heben nicht mehr zwei Beine ein Teilkörpergewicht an sondern nur noch eins und das andere, was zuvor mit anhob, muß nun mit angehoben werden. Entsprechende dehnende Vorbereitungen für die Hüftbeuger können die Haltung deutlich erleichern
    4. Aufgrund der intensiven Arbeit des Gluteus maximus und des Zugs der Hüftbeuger haben die Oberschenkel im Hüftgelenk eine Neigung zu Exorotation und lateraler Abduktion, der mit entsprechendem Krafteinsatz der Adduktoren (alternativ einem Supporter oder einem Gürtel) begegnet werden muß. Diese Neigung kann sich bis die die Füße fortpflanzen und diese ausdrehen. im Gegensatz zur setu bandha sarvangasana ist allerdings die eingesetzte Kraft der Quadrizeps zur Streckung der Kniegelenke geringer, da sonst der Oberkörper zu sehr von den Füßen weg geschoben würde, was erklärt, warum hier die Neigung zu Beschwerden im Außenknie deutlich geringer ist als in setu bandha sarvangasana.
    5. ähnlich halasana, aber weit weniger ausgeprägt, neigt die Wirbelsäule von oben (kranial) und unten (kaudal) induziert zum Beugne, hier aber von beiden Extremitäten, Arm und Bein ausgehend durch die Beweglichkeitseinschränkungen der Gelenke in denen sie aufgehängt sind (Schulter und Hüfte) und den dadurch auf den Oberkörper einwirkenden Kräfte, die den Rücken in die Flexion zwingen. Der macht deutliche Kraftanstrengung der autochthonen Rückenmuskulatur nötig. Hier ist es allerdings ungleich leichter als in halasana, den Rücken durchzustrecken
    6. die Schulterblätter sind in Depression (zum Becken hin bewegt) und Retraktion (nach innen zur Wirbelsäule hin bewegt). Der Oberkörper hebt im Schulterbereich zwischen den Armen an
    7. In dem Fall, daß die Ellbogengelenke überstrecken, empfiehlt sich wieder der Einsatz der Armbizeps, um aus willentlicher Kontrolle des Winkel im Ellbogengelenks die Kräfteverhältnisse im Ellbogengelenk günstiger werden zu lassen und den dorsalen/ulnaren Bereich zu entlasten
    8. zuweilen macht sich das dorsale Handgelenk mit Mißempfindungen bemerkbar. Erste Maßnahme ist wie immer, kräftiger mit den Palmarflexoren des Handgelenk zu arbeiten, damit die Muskulatur mehr Last trägt und die nichtmuskulären Strukturen entlastet werden. Achte auch darauf, daß der Abstand der Hände zu den Füßen nicht zu klein ist, da darurch der Winkel im Handgelenk ungünstiger werden kann, ggf. vergrößere ihn ein wenig
    9. halte aus Kraft der Adduktoren die Knie hüftbreit und verhindere, daß sich die Füße nach außen drehen
    10. normalerweise sollen die Unterschenkel und Arme senkrecht stehen. Ist der Winkel der Dorsalflexion von rund 90° schwierig für die Handgelenke und
      1. tritt Schmerz im dorsalen Handgelenkbereich auf oder
      2. tritt übermäßige Dehnungsempfindung in den Fingerflexoren auf oder
      3. tritt übermäßige Dehnungsempfindungin den Palmarflexoren des Handgelenks auf,
      so kann, wenn die Hände nach hinten zeigen, der Abstand der Hände zu den Füßen vergrößert werden; zeigen sie nach vorn, hilft eine Verkleinerung des Abstands. Die Veränderung des Winkels der Dorsalflexion - mit oder ohne Veränderung des Abstands der Hände zu den Füßen - hat gleichzeitig Auswirkung auf die Dehnungsempindung in Schulter (pars clavicullaris des Deltoideus) und Bizeps sowie auf eine etwaige Krampfneigung im Trizeps (mittlerer Kopf).
    11. der Trizeps kann in seinem biartikulären mittleren Kopf eine Krampfneigung aufweisen, da er in sehr kurzer Sarkomerlänge und damit nahe der aktiven Insuffizienz arbeitet (gestrecktes Ellbogengelenk, maximale Reklination). Verändere dann ggf. den Abstand Hände-Füße
    12. bei Mißempfindungen in den Handgelenken können neben der Veränderung des Abstands Hände-Füße oder der Veränderung des Winkels der Dorsalflexion durch Schieben des Oberkörpers in Richtung Füße oder von den Füßen weg zur Entlastung auch Patches unter den Handgelenken verwendet werden
     
    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
       

         

      1b: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend

      Anleitung Details
      1. baue wie für Variante 1a auf, drehe jedoch die Hände nach hinten, wodurch die Unterarme in Supination sind
      1. der Unterschied, den die nach hinten gedrehten Hände, also die Supination der Unterarme macht, ist in den Details zu Variante 1b bereits beschrieben worden
       
      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
         

           

        1a eka pada: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend, ein Bein angehoben

        Wirkungen:
         
        Anleitung Details
        1. nimm die Variante 1a ein
        2. setze die linke Ferse ein Stück weit nach rechts zwischen die Mitte der Füße und danach den linken Vorfuß ebenfalls ein Stück nach rechts
        3. baue mehr Kraft im linken Bein auf, entlaste den rechten Fuß ganz, strecke das rechte Bein bodennah durch und hebe es langsam in weitem Bogen an in Richtung Brustkorb
        1. generell besteht die Möglichkeit auf den beschriebenen Diagonalschritt zu verzichten, mit dem der linke Fuß auf die Körpermittellinie gesetzt wird, jedoch ist die Stabilität dann deutlich geringer. Der Diagonalschritt ist leicht zu bewerkstelligen, wenn erst die Ferse angehoben und nach innen gesetzt wird, dann wieder belastet, so daß der Vorfuß angehoben werden kann um diesen dann ebenfalls zu versetzen
        2. Ziel beim Abheben des Beins ist, dieses über einen möglichst langen Bogen gestreckt zum Brustkorb zu führen. Strecke das Bein also zuerst in Bodennähe durch, bevor du es anhebst. Je nach Beweglichkeit der Hüftbeuger kann das gestreckte Bein eventuell sogar kurz mit minimalem Gewicht auf der Ferse auf dem Boden aufgesetzt werden, wobei das Maximum an Extension im bezüglichen Hüftgelenk klar erkennbar wird. Zu Ende des Bogens werden die Beweglichkeitseinschränkungen der Ischiocruralen Gruppe die Bewegung begrenzen und eine deutliche Beugeneigung im gehobenen Kniegelenk verursachen. Strecke es mit Quadrizepskraft durch. Dabei kann es zu einer Krampfneigung im rectus femoris kommen, da er an beiden Bewegungen ( Strecken des Knieglenks und Flexion im Hüfte) beteiligt und in sehr kurzer Sarkomerlänge und damit nahe an aktiver Insuffizienz ist. Im Falle der Krampfneigung muß abgewägt werden, ob eher auf die letzten Grad Streckung des Kniegelenk oder die letzten Grad Beugung im Hüftgelenk verzichtet wird um den Krampf zu vermeiden.
        3. wie in ähnlichen asymmetrischen Haltungen, z.B. eka pada setu bandha sarvangasana oder eka pada viparita dandasana auch dreht sich hier das Becken in der Horizontalen (in der Frontalebene), da sowohl die Arbeit der Pomuskulatur als auch die Hüftbeuger eine Neigung zu Exorotation und Abduktion im Hüftgelenk des Standbeins verursachen. Diese Drehung des Beckens kann zu leichter Krampfneigung hinterer-seitlicher Rückenmuskulatur führen. So weit möglich, muß die betreffende Flanke gestreckt, also die Hüfte von der gleichseitigen Schulter weg bewegt werden. Das Knie des Standbeins muß eher nach innen bewegen, der Standfuß bleibt parallel zur Körpermittellinie und der Innenfuß bleibt auf dem Boden
        4. eine weitere Ausweichbewegung kommt durch die Asymmetrie zustande, die sich aus der Schwerkraft des gehobenen Beins auf der einen Seite und dem das Becken anhebenden Standbein auf der anderen Seite ergibt. Dadurch kann die Hüfte des gehobenen Beins tiefer hängen als die andere.
        5. bei verschiedenen Zuständen des unteren Rückens kann das Anheben des gestreckten Beins aus Kraft der Hüftbeuger zu Mißempfindungen im unteren Rücken führen, was der Masse und des Hebelarms wegen nicht verwunderlich ist. Diese Mißempfindungen sollten mit zunehmendem Flexionswinkel verschwinden, und letztlich sollte sich diese Variante im Bereich der LWS angenehmer anfühlen als die mit beiden Beinen am Boden. Überschreitet das Bein die Senkrechte, so treibt seine Schwerkraft gar die Hüfte des Standbeins aus der Hyperlordosierung heraus und fördert die wünschenswerte Extension im bezüglichen Hüfte
         
        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
           

             

          1b eka pada: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend, ein Bein angehoben

          Wirkungen:
           
          Anleitung Details
          1. baue wie für Variante 1a eka pada auf, drehe jedoch die Hände nach hinten, wodurch die Unterarme in Supination sind
          1. der Unterschied, den die nach hinten gedrehten Hände, also Supination der Unterarme macht, ist in den Details zu Variante 1b bereits beschrieben worden
           
          Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
             

               

            2a: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend

            Anleitung Details
            1. sitze in dandasana
            2. setze die Hände nach vorn weisend ca. 30 cm hinter dem Becken auf, strecke die Beine mit Kraft der Quadrizeps durch
            3. hebe das Becken ein wenig an um die Arme strecken zu können
            4. hebe das Becken maximal an und kippe die Hüftgelenke maximal in die Extension
            5. lasse den Kopf maximal in die Reklination sinken
            1. diese Ausführung unterscheidet sich gleich mehrfach von den Varianten mit gebeugtem Bein. Durch die gestreckten Beine verlängert sich der Hebelarm, an dem die Extensoren des Hüftgelenks (Ischiocrurale Gruppe und Pomuskulatur) das Becken anheben sehr deutlich, was zur Folge hat, daß diese Bewegung anstrengender und eingeschränkter ist. Gleichzeitig entfällt aber die Krampfneigung in den Ischiocruralen Gruppe, da diese Muskualtur weitaus weniger kontrahiert und weit entfernt von aktiver Insuffizienz ist.
            2. es entstehen mehrere Ausweichbewegungen: die Arbeit der Pomuskulatur und die gespannten Hüftbeuger erzeugen eine deutliche Exorotationsneigung der Oberschenkel in den Hüftgelenken, die ausgeglichen werden muß, und die Arbeit der Ischiocruralen Gruppe als Hüftextensoren, die das Becken anheben, erzeugt eine Beugeneigung in den Kniegelenken, gegen die mit dem Quadrizeps angearbeitet werden muß. Weiter werden die Füße in die plantare Flexion gedrückt, also die Vorfüße kippen nach vorn bzw. unten. Dies ist wohl als eine Entlastungsreaktion des biartikulärenGastrocnemius zu verstehen, damit dieser das Knie nicht zusätzlich zu den Ischiocruralen Gruppe in die Beugung zieht. Hier muß mit den Fußhebern gegengesteuert werden, so daß der Fuß und das ganze Bein wieder die tadasana-Haltung einnimmt und behält
            3. gegenüber den Varianten mit aufgestelltem Fuß befinden sich die Arme in geringerer Reklination, was bezüglich einiger Dehnungen entlastet, allen voran der des vorderen Deltoideus, des Bizeps und des Pectoralis major. War das Anheben des Oberkörpers und damit ein Stück weit auch des Beckens durch diese Muskeln maßgeblich eingeschränkt, sollte dies hier leichter sein, war allerdings die Kraft der Hüftextensoren oder die Beweglichkeitseinschränkung der Hüftbeuger begrenzend, verhält es sich genau anders herum
            4. hier ist es noch wichtiger als in den Varianten mit aufgestellten Füßen, auf den richtigen Abstand zu achten, der so zu bemessen ist, das die Arme senkrecht stehen. Wären die Hände zu nahe an den Füßen, würde die Schwerkraft des Oberkörpers und Kopfes den Körper von den Füßen weg ziehen und die Dehnung in Richtung der Retroversion ungewollt vermindern
             
            Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
               

                 

              2b: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend

              Anleitung Details
              1. baue wie für Variante 2a auf, drehe jedoch die Hände nach hinten, wodurch die Unterarme in Supination sind
              1. der Unterschied, den die nach hinten gedrehten Hände, also Supination der Unterarme macht, ist in den Details zu Variante 1b bereits beschrieben worden
               
              Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                 

                   

                2a eka pada: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach vorn zeigend, ein Bein angehoben

                Wirkungen:
                 
                Anleitung Details
                1. nimm die oben beschriebene Variante 2a ein
                2. stelle wie bei Variante 1a eka pada den linken Fuß ein wenig nach rechts in die Körpermitte
                3. analog zu 1a eka pada strecke das Bein in Bodennähe durch um es dann so weit als möglich langsam gestreckt zum Brustkorb zu bewegen
                1. Die Details sind die aus Variante 1a eka pada und 2a
                2. da mit gestrecktem Bein und damit schlechtem Hebelarm das Becken gegen die zusätzliche Schwerkraft des gehobenen Beins angehoben werden muß, ist nicht nur weit mehr Kraft nötig, auch die Exorotationsneigung des Standbeins ist größer
                 
                Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                   

                     

                  2b eka pada: Beine gestreckt, Arme gestreckt, Hände nach hinten zeigend, ein Bein angehoben

                  Wirkungen:
                   
                  Anleitung Details
                  1. baue wie für Variante 2a eka pada auf, drehe jedoch die Hände nach hinten, wodurch die Unterarme in Supination sind
                  1. der Unterschied, den die nach hinten gedrehten Hände, also Supination der Unterarme macht, ist in den Details zu Variante 1b bereits beschrieben worden
                   
                  Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                     

                       

                    3: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt)

                    Anleitung Details
                    1. sitze in dandasana, stelle die Beine etwa im 90°-Winkel auf, die Fußmittellinien parallel, die Füße hüftbreit
                    2. lege die Finger auf Höhe des Pos ab und lehne nach hinten um die Unterarme parallel nach vorn zeigend auf dem Boden abzulegen
                    3. hebe das Becken maximal an und kippe in den Hüftgelenken maximal in die Extension
                    4. lasse den Kopf maximal in die Reklination sinken
                    1. mit dem Aufsetzen der Unterarme gewinnt die Beweglichkeit der Schulter nochmals an Bedeutung. Der Oberkörper kann nun weniger leicht angehoben werden als in den vorigen Varianten. Oftmals ist nicht mehr die Extensionsfähigkeit in den Hüften der limitierende Faktor beim Anheben des Beckens sondern die über den Oberkörper bis zum Becken wirkende Einschränkung der Retroversion der Arme
                    2. Die Unterarme drehen sich leicht wieder aus der Pronation heraus, so daß die Innenhandgelenke und Innenhände sich vom Boden lösen. Drücke sie so gut als möglich herunter! Möglicherweise rutschen die Hände ein wenig zueinander, versuche auch das zu vermeiden
                     
                    Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                       

                         

                      3 eka pada: Beine gebeugt (Füße aufgesetzt), Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt), ein Bein angehoben

                      Wirkungen:
                       
                      Anleitung Details
                      1. nimm Variante 3 ein
                      2. analog zu Variante 1a eka pada strecke das Bein in Bodennähe durch um es dann so weit als möglich langsam gestreckt zum Brustkorb zu bewegen
                       
                      Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                         

                           

                        4: Beine gestreckt, Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt)

                        Anleitung Details
                        1. sitze in dandasana
                        2. lehne ein wenig nach hinten um die Unterarme parallel nach vorn weisend auf dem Boden aufzusetzen, strecke die Beine mit Kraft der Quadrizeps durch
                        3. hebe das Becken maximal an und kippe es maximal in die Extension
                        4. lasse den Kopf maximal in die Reklination sinken
                        1. die Varianten mit gestreckten Beinen und aufgesetzen Unterarmen sind die interessantesten und schwierigsten unter den purvottanasana-Varianten: der Hebelarm um das Becken aus Kraft der Hüftextensoren anzuheben ist sehr groß, weshalb sehr viel Kraft aufgewendet werden muß und gleichzeitig wirken die Beweglichkeitseinschränkungen des Schultergelenks von oben gegen das Anheben von Oberkörper und Becken
                        2. Je nach Beweglichkeit ist es eventuell nicht möglich das Becken vom Boden abzuheben.
                         
                        Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können
                           

                             

                          4 eka pada: Beine gestreckt, Arme gebeugt (Unterarme aufgesetzt), ein Bein angehoben

                          Wirkungen:
                           
                          Anleitung Details
                          1. nimm Variante 4 wie oben beschrieben ein
                          2. analog zu Variante 1a eka pada hebe das Bein langsam so weit als möglich langsam gestreckt zum Brustkorb zu bewegen
                          1. diese Variante ist klar die intensivste und forderndste von allen purvottanasana-Varianten
                           
                          Bekannte Probleme, die auch bei korrekter Ausführung auftreten können